Wohnmobile erleben in diesen Monaten einen enormen Boom. Sie bieten Urlaube oder verlängerte Wochenenden, in denen Ihr unterwegs seid, aber Euch trotzdem jederzeit ganz wie zuhause fühlen könnt.

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Das Bett ist mit wenigen Griffen verstaut und ab dann ist das Schlafzimmer wieder das Wohnzimmer. Mein Blick fällt ins Bad. Das ist zwar klein, hat aber alles. Auch die kleine Kochnische ist voll ausgestattet und hat sogar eine Mikrowelle. Alles ist fest verschraubt und gut befestigt, denn diese kleine Wohnung kann auf Reisen gehen. Es handelt sich um ein Wohnmobil mit einer Ausstattung, die der Fachmann mit mittlerem bis „leicht gehobenem“ Komfort beschreibt. Es gibt Satellitenfernsehen, Radio und genug Kopffreiheit. Auch sonst stößt man im Innenraum noch auf das ein oder andere kleine Extra.

Es ist Jahre her, dass ich zuletzt mit einem Wohnmobil unterwegs war. Damals hatte mich diese maximale Unabhängigkeit beeindruckt. Ich konnte frei entscheiden, wohin es gehen soll – und wenn es mir an einem Ort besonders gefiel, blieb ich einfach länger. So ein Gefühl erreicht keine Ferienwohnung der Welt und wohl auch deshalb sind Wohnmobile bei den Urlaubern immer gefragter. Corona hat dieser Art des Ausspannens unfreiwillig einen zusätzlichen Pusch versetzt. Die Menschen fühlen sich sicherer, weil sie irgendwie zuhause sind.

Wohnmobil Herbst

Von meinem damaligen Wohnmobil habe ich noch Bilder im Kopf. Die sind in Sachen Ausstattung mit dem Fahrzeug vor mir wenig bis gar nicht mehr vergleichbar. Und obwohl ich den Komfort schon vor nicht einmal allzu langer Zeit mehr als passabel fand, setzten die Modelle heutiger Generation noch einiges drauf. Was damals noch hoher Luxus war, ist jetzt fast zum Standard geworden. Wer auf Rädern urlaubt, muss sich dabei kaum nennenswert einschränken.

Gerade diese Atmosphäre, alles dabei zu haben, macht das Leben im Wohnmobil so richtig reizvoll. Ich denke zurück an meinen damals zweitägigen Ausflug und transportiere diese Eindrücke in die Gegenwart. Wie würde sie sein, die Fahrt mit dem Modell 2020? Wohin geht’s? Und was werde ich alles erleben? Ich schaue auf das Cockpit, blicke auf das große Armaturenbrett und setze mich. Um mich herum ist Glas und jede Menge Luxus. Das Wohnmobil hat ein Automatikgetriebe und viel Platz. Genau das allerdings macht den Unterschied zur normalen Urlaubsreise mit dem Auto aus. Es sei Euch gesagt, dass Wohnmobilfahren gar nicht so einfach ist. Ein kleines Haus im Gepäck zu haben, kann auch selbsternannte gute Fahrer vor neue Herausforderungen stellen. Denn anders als beim Pkw hat man es mit deutlich mehr Volumen zu tun. Es fährt sich zwar genügsamer, dafür muss man im Straßenverkehr aber noch mehr aufpassen. Immer sollten die Abmaße im Blick bleiben und: Ein Wohnmobil schwenkt auch etwas aus. Deshalb kann ich nur jedem von Euch empfehlen, vor Antritt der Reise ein wenig Fahrpraxis zu sammeln. Das funktioniert idealerweise auf einem leeren Parkplatz – und dauert auch nicht lange.

Kaufen oder mieten?
Wohnmobile könnt Ihr Euch kaufen. Preislich geht es „von bis“ und wie so oft, sind nach oben keine Grenzen gesteckt. Wer über das entsprechende Geld verfügt, kann im Luxus schwelgen. Besuche auf den Fachmessen zeigen, was alles machbar ist und Ihr werdet unter Garantie schwer ins Staunen kommen. So gut wie nichts ist unmöglich und Anbieter kreieren Euch auf Wunsch sogar individuelle Fahrzeuge. Aber prinzipiell ist in jedem Rahmen etwas machbar und wer ein echter Wohnmobilist ist, braucht normalerweise auch keinen goldenen Wasserhahn. Schon für verhältnismäßig kleines Geld findet Ihr das passende Fahrzeug. Einsteigern wird generell geraten, erst einmal im normalen Rahmen einzusteigen, um dann das Hobby auszubauen. Tipps und Ratschläge gibt es selbstverständlich bei den Anbietern.
Eine weitere und durchaus übliche Variante ist das Mieten. Wer eine entsprechende Urlaubsreise plant, kann bei mittlerweile zahlreichen Firmen ein „Wohnmobil auf Zeit“ bekommen. Viele Autohäuser der Region setzen inzwischen auf diese Angebote, die den Nutzern eine Menge Vorteile bieten. Wer beispielsweise nur den Sommerurlaub plant, spart im Vergleich mit einem Kauf deutlich Geld. Außerdem entfällt das Problem, wo das Wohnmobil zuhause geparkt wird. Auch die Kosten für die Steuer und Versicherung sind dann nur temporär.

Maximale Flexibilität
Ein Wohnmobil eignet sich grundsätzlich für den Urlaub allein, zu zweit und natürlich auch mit der gesamten Familie. Besonders bei den kleineren Kindern löst diese Art des Ferienmachens eine besondere Form der Begeisterung aus. Und an den Campingplätzen oder Wohnmobilstellplätzen kommt man mit anderen Urlaubern immer ruckzuck ins Gespräch. Es ist wie in einer großen Familie und ich weiß noch genau, dass ich damals schnell Kontakt mit anderen hatte. Was uns alle verbindet, ist die Freiheit der Wohnmobilisten. Da spendiert mir Josef gern mal ein Bier – und ich revanchiere mich, indem ich für ihn und mich Spaghetti koche. Caravaning ist eine tolle Sache – und das nicht nur in Coronazeiten. Ich sitze noch immer hinter dem Steuer des Wohnmobils der 2020er-Generation, Und in mir reift der Wunsch, bald mal wieder auf diese Weise ein paar Tage unterwegs zu sein. Markante Reiseziele fallen mir spontan auch ein.

Autarke Solaranlagen schaffen Unabhängigkeit
Wer mit seinem Wohnmobil unterwegs ist, lebt meist in Abhängigkeit von einer möglichen Stromversorgung am Stellplatz. Die Anschlüsse gibt es zwar an zahlreichen Stellen, doch mancher Wohnmobilist wünscht sich diesbezüglich mehr Unabhängigkeit.
Eine Lösung dafür bieten die sogenannten autarke Camper-Solarsysteme, die auf Wohnmobilen oder Booten installiert sind und die Besitzer jederzeit mit erneuerbarem Strom versorgen können. Fachfirmen sind darauf spezialisiert – und das Gefühl, gleichzeitig etwas Gutes für die Umwelt getan zu haben, überzeugt immer mehr Menschen.