Lifestyle

Zeit der Biker

Im März wird die Motorradsaison offiziell eingeläutet. Mensch und Maschine sollten sich auuf den Start allerdings auch gut vorbereiten.

Motorrad März

Nein, ein scheues Reh ist der Motorradfahrer sicherlich nicht – und trotzdem: Ist es draußen kalt, zieht er sich lieber in seine behagliche Behausung zurück, versteckt sich im kuscheligen Heim und legt die Beine hoch. Doch kaum schickt die Sonne ihre ersten Strahlen noch zögerlich in Richtung Mühlenkreis, taut auch sein Benzin im Blut wieder auf, wollen die Füße wieder in die Botten.Das Näschen nimmt die Witterung auf, der Duft von Sprit und Kettenöl liegt in der Luft. Zeit, Mensch und Maschine auf Vordermann zu bringen. Die Checkliste:

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Sauber bleiben
Der erste Schritt ist eine gründliche Wäsche: Mit Schwamm und lauwarmen Wasser und einem milden Reinigungsmittel geht der Dreck meist gut weg, hartnäckige Stellen einweichen. Kommt man mit der Maschine auf Tuchfühlung, fallen kleinere Mängel meist gleich mit auf – lose Kabel, Roststellen, lockere Teile. Der Hochdruckreiniger sollte nicht zum Einsatz kommen: Der Wasserdruck kann Dichtungen beschädigen.

Strom brauchst Du auch
Natürlich ist ein Elektrostarter eigentlich was für Weicheier (Kleiner Scherz eines Oldtimerfahrers) – aber praktisch ist er schon. Ist kein Saft da, steht man plötzlich doof da. Vielleicht klappt es, mit einem Ladegerät? Irgendwer in Deinem Freundeskreis hat totsicher eins. Ist die Batterie nicht wartungsfrei, muss sie natürlich auch gecheckt werden. Und was ist mit der Hupe Licht und Blinkern?

Auch die Reifen brauchen Liebe
Liegt’s Profil zu sehr im Argen, wird’s Dich aus der Kurve tragen! Also: Profil, Luftdruck und allgemeinzustand checken. Reifen können sich auch kaputtstehen – erkennst Du an den porösen Stellen.

Bist Du auch so gespannt?
Schau auf jeden Fall nach der Kettenspannung. Kettenfett kann auch nicht schaden. Es sei denn, Du hast eine Kardanwelle. Dann lass es lieber und fette die.

Motorrad März Mit Gefühl, nicht mit Kraft!
Wenn Du den Lenker bewegst, das Vorderrad aber stehen bleibt, ist was schief gelaufen – Zeit für den Moped-Doktor. Der Lenker sollte leicht gehen und kein Spiel haben. Ist ja auch doof, wenn Du lenkst und trotzdem geradeaus fährst.

Bremst Du noch oder stehst Du schon?
Prüf die Bremsen, die brauchst Du spätestens, wenn mal wieder jemand in der Seitenstraße gedacht hat, Du fährst Mofa. Sind die Bremsleitungen dicht? Wie sehen die Bremsbeläge aus? Was macht die Bremsflüssigkeit? Nach zwei Jahre sollte die ausgetauscht werden. Und übrigens: Öl und Schmiermittel auf der Bremsscheibe sind ganz großer Mist.

Nicht rumölen!
Eine Glaubensfrage: Muss ich jedes Jahr Öl wechseln, auch wenn ich noch nicht die im Handbuch angegebene Kilometerleistung erreicht habe? Musst Du selbst entscheiden. Auf jeden Fall sollte immer genug drin sein.

Gaaanz langsam
Wenn Du Deine morschen Knochen auf die Maschine schwingst, merkst Du es ja selber: Im Sommer ging es besser. Also: Fang langsam an. Sinnig die Straße rauf und runter, ein kleiner Slalom, ein paar Bremsmanöver – und dann erst die Weltreise.

Eine Runde Mitleid
Die Leute in den Blechkisten können einem schon leidtun: Kaum Gefühl für die Straße, kein Wunder, wenn man im weichgefederten SUV mit Kuhfänger kaum spürt und hört, ob man auf Asphalt oder Kopfsteinpflaster fährt. Hinzu kommt: Ihr wart ein paar Monate weg, die müssen sich erst wieder an Euch gewöhnen – und daran, dass Ihr eben nicht Mofa fahrt.

Helm und Klamotten
Der Helm schützt die Murmel – und dafür sollte er in Bestform sein: Wenn Dir Deine Rübe lieb ist, sollte Dein Helm keine Macken haben, nie heftig auf den Boden geschlagen sein Das Visier muss Kratzerfrei sein. Auch wenn erschlabbert, solltest Du über ein neues Modell nachdenken – schließlich sollte er am Kopf bleiben, wenn es mal dringend wird.
Was die Klamotten angeht, musst Du wissen, was Du willst – ob Leder oder Kunstfaser: Schutzkleidung und Protektoren machen Sinn. Und wer im T-Shirt fährt ist selber schuld.

Von Jan Henning Rogge