Willi Hartmann ist Ausbildungscoach. Gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Atessa Kern bereitet er junge Menschen auf die Abschlussprüfung vor. Das Tätigkeitsfeld ist umfassend – genau wie das Einzugsgebiet.

Willi Hartmann erzählt von den Lerngruppen, an denen maximal vier Personen teilnehmen. „Es ist schon ein intenssiver Unterricht“, sagt der Ausbildungscoach. Je nach Lage der Dinge dauert dieser ein bis zwei Stunden – und besonders wenn die Zeit vor der Prüfung knapp wird, drückt er auf die Tube. Zu seinen Kunden zählen in aller Regel junge Azubis aus kleinen und mittelständischen Unternehmen, denen er das nötige theoretische Wissen beibringt. Dass es sich bei den jeweiligen Berufen um unterschiedliche Fachrichtungen handelt, spielt eher keine Rolle. Denn vieles, was in den Jobs erwartet werde, sei übergreifend.

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Mit am Tisch sitzt Atessa Kern. Sie ist Hartmanns Mitarbeiterin und erzählt, dass sich beide regelmäßig in die jeweilige Materie einarbeiten. Lernen zu lernen, sei eine wichtige Kompetenz, um immer am Ball zu bleiben. Das fordern sie auch von den Azubis, wenn sie mit ihnen den Weg bis zur Prüfung durchlaufen. „Wir fordern Engagement und Mitarbeit“, sagt sie. Hartmann nickt – und erklärt, dass es andernfalls für beide Seiten keinen Sinn mache. „Wir wollen Erfolg. Da muss man Einsatz zeigen.“ Den fordert er auch seitens der Betriebe. Den Azubi womöglich nicht zum Unterricht zu schicken, weil personeller Notstand herrsche, sei nicht drin.

Die klaren Regeln ändern nichts daran, dass sich Hartmann und Kern stets auf Augenhöhe mit den Azubis befinden. Sie sehen sich als Begleiter und Ansprechpartner. So können sich die jungen Leute auch mit Fragen an sie wenden, wenn irgendwo der Schuh drückt. Beide kennen und wissen um die vielen Fragen, die sich junge Leute vor und während der Ausbildung stellen. „Wir liefern die Antworten“, sagt der Ausbildungscoach.

Dazu zählt auch das Angebot „Start“, das Hartmann seit einiger Zeit mit großem Erfolg an Schulen anbietet. Schüler und Azubis verschiedener Berufszweige unterhalten sich an 15 Tischen, die in einem Raum stehen. Nach acht Minuten rücken die Neunt- und Zehntklässler einen Tisch weiter und erfahren so das Wichtigste über die jeweilgen Berufsbilder. Man redet über Anforderungen, Geld, Karrierechancen, Qualifikationen – aber auch über den normalen Arbeitsalltag – beispielsweise über Kundenkontakte oder die Erwartungen der Vorgesetzten. Die Schüler trauen sich Dinge zu fragen, über die sie sich mit einem Personalchef oder Betriebsleiter unter Garantie nicht unterhalten würden. „Es gibt keine große Hemmschwelle.“

Hartmann und Kern sind gefragt. Unternehmen aus der Region setzen längst auf ihre Dienste. Inzwischen reicht der gute Ruf bis Oldenburg oder Münster. „Demnächst sind wir in Hamburg“, sagt Hartmann. Gewerbliche, kaufmännische oder technische Berufszweige werden abgedeckt. Aber auch Meisterausbildungsgänge und sogar Fahrprüfungen deckt die GmbH aus der Potsdamer Straße 11 in Minden mittlerweile ab.

Beim ersten Termin wird analysiert und geschaut, was geht. Die Bandbreite reicht bis zum Einzelunterricht. Begleitet werden die Azubis auf Wunsch sogar über die gesamte Ausbildungsdauer – dann meist im wöchentlichen Rhythmus. Hartmann und Kern strahlen eine Menge Ehrgeiz aus – und selbst vor ganz schwierigen Herausforderungen schrecken sie nicht zurück. Beide erzählen von dem schier aussichtslosen Fall aus dem Jahr 2016. Der Mann stand nur wenige Wochen vor der Abschlussprüfung. „Wir haben es noch geschafft, dass er besteht“, sagt Kern.

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