Die Ferien sind lang, aber das Geld ist knapp? Dann hilft nur eines: arbeiten! Das polstert nicht nur die Urlaubs- oder Semesterkasse auf, auch wertvolle Erfahrungen können gesammelt werden. Manche Schüler und Studenten haben Glück, sie finden ihren Ferienjob über Bekannte oder Familienmitglieder. Andere fragen gezielt bei heimischen Firmen und Betrieben an oder spannen die Agentur für Arbeit ein für ihr Job-Anliegen ein. Eine weitere Möglichkeit sind Zeitarbeitsfirmen. Und die bieten manchmal ungeahnte Vorteile.

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Jobben in der Wunsch-Branche
Flexibilität ist das Zauberwort. Die bieten viele Zeitarbeitsagenturen. Sie haben die Möglichkeit, die von ihnen vermittelten Arbeitskräfte flexibel in den verschiedensten Wirtschaftszweigen unterzubringen. Sicher, wer sein Geld bei der Post, der Müllabfuhr oder im Café um die Ecke verdient, freut sich am Ende der vorlesungsfreien Zeit auch über ein schönes Plus auf dem Sparkonto. Wer seinen Ferienjob jedoch an seine späteren Karriereziele anpasst, kann neben dem einen oder anderen Euro auch wertvolle Erfahrungen mit nach Hause nehmen, was am Ende sowohl den Lebenslauf als auch den zukünftigen Arbeitgeber freut.

Jugendschutz
Generell gilt: Der typische Ferienjob dauert nie langer als vier Wochen im Jahr. Wer arbeiten möchte, aber noch nicht volljährig ist, sollte bedenken, dass für ihn oder sie das Jugendarbeitsschutzgesetz greift. Das bedeutet, dass Kinder über 13 Jahre nur leichte Arbeiten verrichten dürfen, wie Nachhilfe geben, den Rasen des Nachbarn mähen oder Babsysitten. Sie benötigen dafür das Einverständnis ihrer Eltern und die Arbeit darf nie vor 8 Uhr beginnen und muss bis 18 Uhr enden.
Wer mindestens 15 Jahre alt ist, darf pro Tag immerhin bis zu acht Stunden arbeiten, jedoch maximal 40 Stunden in der Woche. Die Arbeitszeit muss zwischen 6 Uhr morgens und 20 Uhr am Abend liegen. Samstage, Sonn- und Feiertage sind für Schüler vorgegebenermaßen freie Tage, außer sie arbeiten in Privathaushalten, der Gastronomie, in Krankenhäusern oder bei Veranstaltungen.
Ab 16 Jahren dürfen Jugendliche im Gastgewerbe bis 22 Uhr arbeiten. Sind sie in einem Mehrschicht-Betrieb tätig, dann dürfen sie bis 23 Uhr arbeiten. Aber Achtung, Akkordarbeit ist passé!
Egal in welchem Alter der Schüler ist, Pausen müssen sein. Bei viereinhalb bis sechs Stunden Arbeit am Tag sind 30 Minuten Unterbrechung Pflicht. Wer noch mehr ackert, dem ist eine ganze Stunde Pause zuzusichern.

Die liebe Steuer
Alte Faustregel: Liegt der Lohn bei maximal 450 Euro monatlich, werden keine Abgaben fällig. Liegt er bei mehr als 900 Euro brutto im Monat, dann ist er steuerpflichtig. Aber keine Sorge, die verdiente Summe wird letztendlich auf die ganzen 12 Monate des jeweiligen Jahres umgerechnet. Das bedeutet, wenn der Jahresverdienst das steuerfreie Existenzminimum nicht überschreitet, werden Abgaben und Steuern in der Regel zurückerstattet.
Studierende, die mindestens 18 Jahre alt sind, zahlen Beiträge zur Rentenversicherung. Sind die Bedingungen einer studentischen Beschäftigung erfüllt, sind sie von Beiträgen zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung befreit.
Erfahrungen sammeln
Zugegeben, so ganz einfach klingt das alles nicht. Das eine oder andere sollten Schüler und Studenten tatsächlich wissen, bevor sie ihren Ferienjob antreten. Im Endeffekt sind die Regeln und Gesetze für erfolgreiches Jobben jedoch überschaubar, wenn man sie erst einmal kennt. Und auch wenn es nervig sein kann, sich damit auseinanderzusetzen, hier bieten Ferienarbeiten neben dem Gehalt einen weiteren zusätzlichen Mehrwert. Denn irgendwann ruft die richtige Arbeitswelt. Und wer dann schon die eine oder andere Erfahrungen mit gesetzlichen Vorgaben, Chefs und Kollegen gemacht hat, dem macht so schnell niemand mehr etwas vor.

Von Michaela Meier