Buchtipp für den AugustGefährliche Angst
Detective Inspector Ben Kitto, viele Jahre undercover für die Londoner Polizei tätig, hat einen traumatischen Verlust hinter sich und braucht eine Auszeit. Um zur Ruhe zu kommen und seine Zukunft zu überdenken, kehrt er in seinen Heimatort auf der winzigen Insel Bryher zurück, die zu den Scilly Inseln vor Cornwall gehört. Eigentlich eine beschauliche Gegend. So rechnet er nicht damit, sofort in einen Mordfall hineingezogen zu werden. Ein junges Mädchen wird vermisst und kurze Zeit später tot aufgefunden. Ermordet. Da Ben Kitto die Eltern gut kennt und weiß, dass die Einheimischen Fremden gegenüber sehr verschlossen sind, bietet er den ermittelnden Beamten seine Hilfe an. Es ist ihm klar, dass der Täter einer der Insel-Bewohner sein muss. Seine Kontakte und seine guten Ortskenntnisse sind also von Vorteil. Aber bald stößt er bei seinen Ermittlungen auf Geheimnisse, die selbst enge Freundschaften von früher und Familienbande in Gefahr bringen. Eine Menge Menschen auf dem kleinen Island haben offenbar etwas zu verbergen oder schreckliche Angst vor etwas. Das macht seine Arbeit nicht gerade leichter. So bleibt die wichtigste Spur lange im Verborgenen, viel zu lange. Der Beginn einer spannenden neuen Krimi-Reihe, deren schon angekündigte Fortsetzung man kaum erwarten kann. Tolle Urlaubslektüre. Cornelia Hoppe
„Nachts schweigt das Meer“ von Kate Penrose, Fischer Verlag Frankfurt am Main, 458 Seiten, 14,99 Euro

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Buchtipp für den AugustBalkon als Wohlfühloase
Den Balkon zum zusätzlichen Wohnraum, zum Outdoor-Zimmer zu machen -eine wunderbare Idee. Doch wie? Oft sind Balkone trist, zu klein, zu verwinkelt, mit hässlicher Aussicht oder Nachbarn, die reinschauen können. Es fehlt aber oft auch an Gestaltungsideen. Die bietet die Autorin. Ihre Leidenschaft sind Design und Pflanzen, und so hat sie in den letzten Jahren eine Vielzahl von Balkonen umgestaltet. Erst für Freunde und Bekannte, dann professionell. Aus ihrer Erfahrung heraus hat sie ein 5-Schritte-System entwickelt, mit dem jeder aus seinem Balkon eine Wohlfühloase gestalten kann, individuell und passend zum persönlichen Wohnstil. Die fünf Schritte: Wünsche und Anforderungen definieren, Flächenplanung, Stil- und Farbkonzept festlegen, Möbel und Accessoires suchen und kaufen und Pflanzen und Blumen festlegen und einkaufen. Wie diese einzelnen Schritte genau aussehen, was genau beachtet werden muss, was es für die verschiedenen Balkon-Größen und –Formen zu berücksichtigen gibt, welcher Stil persönlich passt, welche Möbel, Pflanzengefäße und Pflanzen dazu passen und wo sie zu bekommen sind, all das wird detailliert, gut umsetzbar und mit attraktiven Fotos unterstützt vorgestellt. Ein Buch, das zum Blättern einlädt und wirklich Lust macht, endlich mehr aus Balkon oder Terrasse zu machen. Aber Vorsicht: in einem Wochenende ist das nicht geschafft! Cornelia Hoppe
„Mein Open-Air-Wohnzimmer“ von Christina Setzer, Gräfe und Unzer Verlag München, 176 Seiten, 19,99 Euro

Buchtipp für den AugustBlütenpressen etwas anders
Viele von uns mussten sicher während der Schulzeit mal irgendwann ein kleines Herbarium aus Blättern und Blüten anlegen, mit mehr oder weniger Begeisterung. Aber was die Blumenkünstlerin Jennie Ashmore in diesem zauberhaften Bildband vorstellt, ist damit kaum zu vergleichen. Sie erschafft wahre Kunstwerke aus gepressten Pflanzen. Mal ganz verspielt, mal in geometrischen Mustern. Mal nur die reinen Pflanzen, mal in Kombination mit Aquarellfarben und Gouache oder Gold- und Silberpapier. Nach kurzen Informationen zum Sammeln, der Farbauswahl, dem Pressen und Aufbewahren und Verarbeiten folgen traumhafte Bildkompositionen, die ihre eigenen Arbeiten präsentieren. Zum Teil freie Arbeiten, Experimente, aber zum Teil auch Auftragsarbeiten, wie das Gestalten einer Collage aus den Elementen eines Brautstraußes oder den Pflanzen eines privaten Gartens. Die Erläuterung zur Herstellung des einzelnen Bildes sind knapp, aber es geht auch nicht ums Nacharbeiten, sondern mehr um eine Präsentation von Möglichkeiten, die zum selber Ausprobieren inspirieren. Auch wenn die eigenen Bilder vielleicht nicht die Schönheit der im Buch versammelten Werke erreichen, werde ich auf jeden Fall bei der Suche nach geeigneten Blüten die Natur mit offeneren Augen wahrnehmen und überraschend viele Schönheiten am Wegesrand entdecken. Schon das entspannt und macht Spaß. Cornelia Hoppe
„Bilder aus Blatt und Blüte“ Von Jennie Ashmore, Haupt Verlag Bern, 144 Seiten, 24,90 Euro

Buchtipp für den AugustLeben zwischen Grenzzäunen
Lost Places –verlassene Burgen, verfallene Häuser, stillgelegte Bergwerke – das ist die große Leidenschaft von Milla und ihrem Sohn Neo. Sie ist viel in den sozialen Netzwerken unterwegs, postet ständig irgendetwas aus ihrem Alltag, natürlich geschönt. Jetzt hat sie zum ersten Mal etwas entdeckt, das vor ihr noch niemand gefunden hat. Bei einer Wanderung im Thüringer Wald in der Nähe des Rennsteigs war sie vom Weg abgekommen und tief im Wald über einen geheimnisvollen, komplett erhaltenen Keller voller herrlichem Geschirr, Einweckgläsern und alten Unterlagen gestolpert, der offenbar zu einem großen Gebäude gehört hat. Obwohl sie darauf brennt, diesen Fund stolz ihrer Internet-Gruppe zu präsentieren, behält sie ihn erstmal für sich. Sie möchte mehr über das Gebäude, offenbar früher ein Hotel, und dessen Eigentümer herausbekommen. 1977 hat dort die vierzehnjährige Christine mit ihrer Familie gelebt. Mitten in der Sperrzone der deutsch-deutschen Grenze. Milla macht sie ausfindig und eine Freundschaft entsteht zwischen den beiden Frauen. Doch bei Ihren Nachforschungen stößt Milla auch auf ein Familiengeheimnis und will unbedingt herausfinden, was 1977 mit der Familie und dem einst prunkvollen Gebäude passiert ist. Ein fesselnder Familienroman, der viel Wissenswertes über das Leben in der ehemaligen DDR vermittelt. Interessante Sommerlektüre. Cornelia Hoppe
„Was uns erinnern lässt“ von Kati Naumann, HarperCollins Verlag Hamburg, 415 Seiten, 20,00 Euro