Passieren kann es auf der Straße jederzeit. Es kracht – und bleibt es beim Blechschaden, ist alles halb so wild. Wer in dieser Situation ein paar Dinge beachtet, hat die Sache schnell geregelt. // Von Florence Niemann

Das Auto brummt, der Motor qualmt – und es bleiben nur wenige Sekunde, um den Wagen sicher auf dem Seitenstreifen zu abzustellen. Was mache ich jetzt? Kann ich den Wagen hier stehen lassen? Und wer zahlt den Schaden? Vielleicht sind Ihnen diese Gedanken bei einem Unfall auch schon mal durch den Kopf gegangen. Hier sind zehn Tipps, die Ihnen im Notfall helfen.

Sichern Sie die Unfallstelle!

Auch wenn es vielleicht gerade gescheppert hat und Sie unter Schock stehen, sollten Sie sich um eine sorgfältige Absicherung der Unfallstelle bemühen. Schalten Sie zunächst das Warnblinklicht ein. Wenn ihre Gesundheit es zulässt, steigen Sie aus dem Auto aus und stellen Sie im Abstand von 50 bis 100 Metern das Warndreieck auf.
Bei einem Unfall mit Personenschaden, leisten Sie zunächst Erste Hilfe, bevor Sie sich um eventuell entstandene Sachschäden kümmern. Erst dann schauen Sie sich den Schaden genauer an und prüfen Sie, ob es eventuell Zeugen des Unfalls gibt. Falls mehrere Personen in den Unfall verwickelt sind, rufen Sie zur ordnungsgemäßen Klärung im Idealfall die Polizei an.

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Bei Unfall mit Mietwagen Polizei verständigen!

Verständigen Sie bei größeren Sachschäden und wenn Firmen- oder Mietwagen in den Unfall involviert sind, die Polizei. Dieser Tipp gilt ebenfalls für Unfälle, bei denen Personen verletzt wurden. Die Polizei hält den Unfallablauf fest, sichert Beweise und klärt, welcher Unfallteilnehmer gegen die Verkehrsregeln verstoßen hat. Die Polizei beurteilt dagegen nicht, wer für die Schäden aufkommen muss.

Sind alle Formalitäten geklärt, können Sie die Unfallstelle verlassen. Aber Achtung: Vor dem Verlassen der Unfallstellen, sollten Sie sich vergewissern, dass keine Wrackteile mehr auf dem Boden liegen. Die Feuerwehr übernimmt nur bei schweren Unfällen Räumung und Säuberung der Unfallstelle. Bei kleineren Blechschäden sind Sie selbst dafür verantwortlich, dass Blechteile oder Scherben entfernt werden.

Welche Versicherung kommt für den Schaden auf?

Wenn Ihr Unfallgegner die alleinige Schuld an dem Unfall trägt, ist dessen Versicherung ihr erster Ansprechpartner und Sie erhalten von dieser den gesamten Schadensersatz. Tragen Sie eine Teilschuld, müssen Sie ihre eigene KFZ-Haftpflichtversicherung ebenfalls verständigen. Die Versicherungen tauschen sich aus und klären im Bedarfsfall, wer welchen Schaden übernimmt. Natürlich müssen Sie ihr Auto nicht reparieren lassen. In dem Fall müssen Sie den Schaden „fiktiv“ abrechnen. Heißt: Sie lassen sich die vom Gutachter oder der Werkstatt ermittelten Kosten netto auszahlen. Bei einem Totalschaden wird die Differenz zwischen Wiederbeschaffungs- und Restwert des Wagens ermittelt. Übrigens: Die Versicherung muss auch zahlen, wenn die geschätzten Kosten bis 30 Prozent über dem Restwert liegen und der. Wagen wirklich komplett repariert wird – so hat der Bundesgerichtshof entschieden (BGH, VI ZR 258/06).

Ich bin verletzt – bekomme ich Schmerzensgeld?

Wer bei einem Unfall durch eine andere Person verletzt wird, hat das Recht auf Schmerzensgeld. Dafür kommt in der Regel die Versicherung des Unfallverursachers auf oder dieser selbst. Wie hoch das Schmerzensgeld ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen unter anderem die Art und Schwere der Verletzung, Dauer der Behandlung, Dauer des Krankenhausaufenthalts und der Heilungsverlauf. Zusätzlich zum Schmerzensgeld können sich Verletzte die Ausgaben für Reha- und Behandlungsmaßnahmen, Rentenzahlungen, Verdienstausfall und Pflegekosten erstatten lassen.

Im Ausland hilft der Europäische Unfallbericht

Wenn es im Ausland kracht, ist das erstmal kein Grund zur Sorge. Wenn Sie sich in einem EU-Land befinden, können nach einer ausreichenden Begutachtung des Unfalls und Kontaktaufnahme mit dem Unfallgegner, den Unfall problemlos von Zuhause abwickeln. Diese Regelung gilt außerdem für die Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein. Geschieht der Unfall außerhalb der EU, müssen Sie sich unmittelbar danach an die Versicherung des Unfallgegners wenden. Hierfür lohnt es sich, den Europäischen Unfallbericht durchzulesen, welcher beispielsweise auf der Homepage des ADAC nachzulesen ist.

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