Die Eisbahnen starten in die Saison. Das sind fünf Worte, hinter denen mehr steckt. Vielleicht ein Lebensgefühl, das es nur zu dieser Jahreszeit gibt und das die Menschen auf eine ganz besondere Weise fasziniert.

Die Eisbahn „Porta on Ice“ liegt ganz in der Nähe meines Wohnortes. Im vergangenen Jahr stieg der Kufenspaß im einstigen Teppichland – einem Gebäude, das wie angekündigt nach der Eiszeit im Frühjahr abgerissen wurde. Das beliebte Event steigt jetzt in der Halle an der Ecke der Feldstraße und des Niedernfeldwegs. Und die unzähligen Fans freuen sich schon riesig darauf, die Bahnen zu ziehen. Das gilt auch andernorts.

Eisbahnen gibt es in diesem Jahr im Portaner Gewerbegebiet „Porta Markt“, in Bielefeld, Herford, Bückeburg oder Bad Oeynhausen. Oft wird der Schlittschuhspaß mit Eisstockschießen verbunden – und ganz oft sind es regelrechte Festivalmomente, wenn die Menschen in diesen Wochen auf die Bahnen gehen. Viele verbringen unzählige Stunden auf dem Eis. Die Bahnen schaffen Angebote für jede Altersgruppe. Ob Familien, Paare, Singles oder Senioren: Der Kufenspaß verbindet ganze Generationen.

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Flair und vorweihnachtliche Stimmung

Eisbahnen beleben. Die Menschen fahren nicht nur auf Schlittschuhen, sondern genießen die Zeit. Wer zu besinnlich klingender Weihnachtsmusik (oder auch mal fetzigen Rocksounds) seine Runden dreht, spürt die Reize des Advents noch viel deutlicher. Und nach dem Sport setzt ein heißer Glühwein das I-Tüpfelchen auf zauberhafte Momente jener Tage. Für ganz viele Menschen sind Schlittschuhe ein Symbol für Winter. Fragt man nach weiteren Begriffen, fallen die Worte Kerzenschein, Tannenbaum oder Weihnachtsmärkte. Das alles vereinen die allermeisten Eisbahnen mittlerweile. Sie geben den Menschen eine Einstimmung auf die Festtage (und auch noch darüber hinaus). Erst Anfang Januar schließen die Bahnen.

Natürlich verfolgen die Macher der Eisbahnen auch das Ziel, das eigene Weihnachtsgeschäft weiter anzukurbeln. Während die Erwachsenen einkaufen, sind die Kinder auf dem Eis. So will es die reine Theorie, allerdings: Die Realität lässt noch viele weitere Varianten zu. So sind beispielsweise auch die Oma mit dem Enkel, die Mama mit der Tochter, der Neffe mit dem Onkel, die Schwester mit dem Bruder, der Ehemann mit der Ehefrau, die Oma mit dem Opa, die Ehefrau mit dem Geliebten, der Freund mit der Freundin oder auch der Vater mit dem Sohne auf dem Eis.

Kufenspaß auch bei Plus-Temperaturen

Man muss nicht unbedingt eigene Schlittschuhe besitzen, um auf der Bahn laufen zu können. Nahezu alle Bahnen bieten einen Verleihservice an. Für den Aufbau einer mobilen Eislaufbahn müssen mehrere hundert Meter Kühlschläuche verlegt werden. Durch sie fließt das eiskalte Glykol, mit denen das Wasser der Eislauffläche gefroren wird. Rund drei Tage nehmen diese Arbeiten in Anspruch nimmt. Steht die Infrastruktur, seien etwa drei weitere Tage notwendig, um das Eis so zu frieren, dass Schlittschuhläufer darauf laufen können. Dann kann der Kufenspaß beginnen.

Hintergrund Eisstockschießen:

Eisstockschießen ist ein alter Volkssport und historisch gesehen dem Brauchtum zuzurechnen, das sich nur in Gegenden mit zufrierenden Gewässern verbreitete und nur im Winter gespielt wurde.

Vermutlich kam das Eisstockschießen, bzw. seine Vorläufer, im 13. Jahrhundert aus Skandinavien. Erste Bilder, auf denen eine ähnliche winterliche Freizeitbeschäftigung abgebildet ist, stammen sowohl aus Holland als auch aus dem Alpenraum des 16. Jahrhunderts

Beim Mannschaftsspiel versuchen zwei Mannschaften die Stöcke von der Abspielstelle aus möglichst nahe an die „Daube“ zu schießen. Die Daube wird vor Beginn einer Kehre auf das Mittelkreuz gelegt. Wird die Daube durch eine nach den Regeln gültige Einwirkung in ihrer Lage innerhalb des Zielfeldes verändert, so verbleibt sie in dieser neuen Lage, die auch für die Wertung maßgebend ist. Sie wird auf das Mittelkreuz zurückgelegt, wenn sie außerhalb des Zielfeldes liegt. Insgesamt gibt es sechs Kehren.

Der Zielwettbewerb wird in vier Durchgängen mit je sechs Versuchen ausgetragen. In jedem Durchgang können bis 60 Punkte erreicht werden. Für die Gesamtwertung werden meist zwei Runden gespielt. Bei Meisterschaften spielen die bestplatzierten Spieler häufig noch in einem Finale weitere ein bis zwei Runden um den Sieg. Der Zielwettbewerb wird sowohl als Einzelwettbewerb als auch als Mannschaftswettbewerb ausgetragen. Beim Einzelwettbewerb spielt ein Spieler alle Durchgänge und wird einzeln gewertet. Beim Mannschaftswettbewerb spielt jeden Durchgang ein anderer Spieler. Für die Wertung werden die Ergebnisse der einzelnen Spieler zusammengezählt. (Quelle: Wikipedia.de)