War GWD Minden in einer sportlichen Krise? Das konnte man so ein bisschen fühlen – zumindest wenn man immer wieder solche Dinge a la „Niederlagenserie“ oder „2:14 Punkte hintereinander“ gelesen oder gehört hat. Aber mal Hand aufs Herz – ist das so verwunderlich? Klar, mit einem Sieg beim Bergischen HC im Dezember WÄRE der Sprung auf Platz 7 drin gewesen. Aber wer sagt denn, dass man da hinfährt und die Punkte einfach so mitnimmt? Die spielen eine irre gute Saison.

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Sport GWD MindenIch finde alles ganz okay. Die Entwicklung der Mannschaft geht weiter. Wenn alles gut läuft sind 28 bis 30 Punkte möglich – das wäre dann mehr als vergangene Saison. Was mich wirklich geärgert hat, war die Schlussphase beim klaren Sieg in Gummersbach. Auf der Homepage, auf Facebook oder in den Medien habe ich zwar kaum was von „Ärger“ gesehen, gelesen oder gehört – bei der Auszeit kurz vor Schluss hatte Trainer Frank Carstens aber schon angesprochen, das Spiel souverän zu Ende zu spielen. Das ist dann nicht leider passiert.

Nach einem elf Tore-Vorsprung (!) fehlte die Konsequenz, fehlte die Genauigkeit, fehlte die höchste Konzentration bis zum Abpfiff. Nicht so oft gibt es die Chance einen Gegner deutlich zu deklassieren. Da dreht es sich überhaupt nicht um Schadenfreude und Abschlachten – es dreht sich schlicht und ergreifend um das eigene Torverhältnis und das Selbstvertrauen. Da wurde eine Chance vertan. Ich finde das ärgerlich. Aber, so erfuhr ich aus sicherer Quelle, das hat die Mannschaft wohl ähnlich gesehen.

Sport GWD MindenEine Schrecksekunde gab es in Gummersbach nach ein paar Minuten, als Marian Michalczik wegen einer Knieverletzung raus musste. Oh je, Handballer und Knie – da blieb mir erst Mal die Spucke weg. Zum Glück war es „nur“ eine Prellung plus Bluterguss. So durfte bzw. musste Savvas Savvas eher ran als gedacht und machte seine Saisontore 13 bis 15.

Eine Baustelle konnte der sportliche Leiter Frank von Behren mit Blick auf die kommende Saison schließen: Malte Semisch rückt anstelle von Kim Sonne-Hansen in das Torhütergespann. Da hat der Frank mal wieder sein feines Näschen und Geschick bewiesen. Semisch kommt in Berlin nicht an Silvio Heinevetter vorbei. Er erhofft sich in Minden mehr Spielanteile. Da kommt es natürlich auf ihn selbst an.
Das er was drauf hat bewies er schon in Hannover und beim TuS N Lübbecke. Ab Sommer wird er nun ein Grün-Weißer und rückt damit wieder ran an seine Heimat: Malte wurde in Neustadt geboren – sein erste Verein in der Jugend war sieben Jahre lang die HSG Loccum-Stolzenau.

Sport GWD MindenStichwort Jugend, oder besser Nachwuchs: Da geht Dankersen neue Wege. Unter dem Namen „GWD-Ballschule“ starten die Profis in Grundschulen durch. Das GWD Minden die Jugend fördert ist eines der Aushängeschilder – jetzt geht es um die Jüngsten. Ziel ist es, die Kinder für Handball bzw. Sport überhaupt zu begeistern. So entstehen in den teilnehmenden Grundschulen Ballsport-AGn. Die GWD-Profis sind bei diesem Bewegungsprojekt Paten für die AGn. Beispiel: Domschule Minden, Kooperationsverein TSV Hahlen, Pate Mats Korte. Oder Grundschule Veltheim, Kooperationsverein HSG Porta, Paten Marian Michalczik und Kevin Gulliksen. Das Projekt startet zur neuen Saison.

Reichlich dünn ist der Bundesligaterminkalender im April – klar, das Final Four im DHB-Pokal steht an. Für GWD gibt es in der Liga dementsprechend nur zwei Spiele – gegen Bietigheim und in Melsungen. Bietigheim wird heiß wie Frittenfett sein – die wollen Gummersbach im Kampf um den Klassenerhalt hinter sich lassen. Tja, und in Melsungen..? Ein harter Brocken. Nicht nur aufgrund des Tabellenplatzes Da war es schon immer sehr schwer für GWD etwas Zählbares zu holen.