Dunkle, kräftige Farben, gekonnte Akzente – die Trendfarben für das Jahr 2019 stehen fest – ebenso, wie sie eingesetzt werden. Zumindest dem
Namen nach kommen sie aus der Natur – Blau- und Brombeer gehören zu den angesagt Farbtönen für die Wand. Genau wie die angesagten  schokoladigen Töne tragen sie zur Gemütlichkeit bei. Ebenfalls angesagt sind helle sanfte Töne wie Pastellgrün, Altweiß oder Creme.

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Dunkel oder hell?
Die alte Regel, dunkle Farben lassen Räume kleiner wirken, ist sicher nicht von der Hand zu weisen – ebenso wenig wie die Tatsache, dass helle Räume freundlicher wirken. Andererseits lassen gerade flächig dunkel gestrichene Farben Räume edler wirken – besonders wenn sie mit Kontrastfarben abgesetzt wurden. Im Hinterkopf sollten Renovierwütige aber immer behalten, dass eine Farbe, die im Herbst und Winter heimelig und wohlig wirken kann, im Frühling und Sommer schnell bedrückend wirkt. Generell gilt: Weniger ist mehr! Eine Wand in einer kräftigen Farbe  wirkt um so mehr, wenn die übrigen Wände hell gestrichen sind. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn helle Farben miteinander kombiniert werden: Während ein strahlendes Weiß in Kombination mit dunklen Farben beide Töne wirken lässt, wirken Kombinationen aus warm- und kaltweiß einfach nur unentschlossen, weil sie sich gegenseitig nicht zur Geltung kommen lassen.

Warm oder kalt?
Bei der Auswahl der Farben gilt es viel zu bedenken, dass im ersten Moment nicht ins Auge springt. Doch die Farbe des Fußbodens, der Fenster und Türen sollte ebenfalls in die Überlegungen mit einfließen – sie lassen sich in der Regel nicht so einfach ändern wie die Farbe der Wand. Wer einen Holzboden hat, kann mit kühlen Farben zum Beispiel spannende Akzente setzen: Die Wärme des Naturmaterials verleiht dem Raum dann die nötige Heimeligkeit, die Wandfarbe Eleganz. Auch dunkle Akzente sehen bei Holzböden oft toll aus. Geflieste Böden wirken aufgrund der glatten Oberfläche oft kühl – anders sieht das natürlich bei Terrakottafliesen aus. Sicher ist aber: Wird zu hellen Fliesen die Wand kaltweiß gestrichen, wird es schwer, Gemütlichkeit in den Raum zu bekommen.

Was ist noch da?
Auch die Gestaltung und Bauweise der Wand sollte in die Planung unbedingt einfließen. Dunkle Farben wirken am besten auf ununterbrochenen Flächen. Hat die Wand ein Fenster, durch das viel Licht fällt, wirkt eine dunkle Wand schnell noch dunkler. Eine helle Tür hingegen kann in einer dunkel gestrichenen Wand zum Akzent werden, der die kräftige Farbe erst richtig zur Geltung bringt. So kann es sinnvoll sein, die meist weißen Türen und Fensterrahmen als Akzente in die Wandgestaltung mit einzubauen – ihre Wirkung zum Beispiel mit einem weißen Rahmen extra zur Geltung zu Bringen. Andere Elemente, Möbel, Nischen oder Balken sollten entweder auf die Wandfarbe abgestimmt werden oder eben andersrum, wenn zum Beispiel Naturholz nicht gestrichen werden kann.

Wie Farben unsere Stimmungen beeinflussen können

Trendfarbe Weiß und Cremeweiß
Wohl die Mehrzahl der Räume in unseren Breiten ist weiß gestrichen –nicht zuletzt, weil es sauber und ordentlich wirkt. Die Farbe ist ein Symbol für Reinheit und Unschuld, wirkt aber auch unnahbar. Genau an dieser Stelle ist Cremeweiß die Alternative: Es wirkt weniger kühl, heimeliger und  wämer, ohne die positiven Aspekte des kühlen weiß vermissen zu lassen. Ein weiterer Grund für die Beliebtheit der Farbe Weiß liegt in ihrer Kombinierbarkeit begründet: Alle anderen Farben harmonieren mit weiß, egal ob Möbel oder Vorhänge. Es neutralisiert, hellt auf und belebt.

Grau
Das Wort Grau wird oft als Synonym für Langeweile benutzt – die Farbe selbst ist jedoch alles andere als langweilig. Graue Kleidung wirkt  zurückhaltend-edel und auch an der Wand kann das funktionieren. Dennoch sollten Räume nicht komplett in Grau gehalten sein – das wirkt trist und kühl. In Verbindung mit einem weißen oder pastellfarbenem Rahmen kann aus einem kühlen jedoch auch ein wohnliches Grau werden.

Karminrot und Orange
Seine Hochphase hatten die Farben gemeinsam mit Braun und Grün in den 70er Jahren, oft wild gemustert. Heute geht es weniger grell zur Sache: Karminrot und Orange gilt als Symbolfarbe für Optimismus und Lebensfreude. Sie sind Stimmungsaufheller und stehen für Aufgeschlossenheit, Kontaktfreude und Selbstvertrauen. In Räumen, die in diesen Farben gehalten sind, wird Geselligkeit gefördert und Gemütlichkeit ausgestrahlt.

Türkis
Kühl aber auch frisch kommt die Farbe Türkis daher. Auf größeren Flächen ist die Farbe seltener anzutreffen, wohl auch, weil sie sich mit vielen anderen Farben schlecht zu kombinieren ist. Türkisfarbene Räume wirken kühl, aber persönlich. Die Farbe sieht gemeinsam mit weißen Möbeln frisch und elegant aus.

Blau
Blau wie das Meer und der Himmel steht die Farbe für Ruhe, Vertrauen aber auch Sehnsucht. Ein sanftes Blau hilft bei Schlafstörungen, fördert aber auch Sprachfähigkeiten und klares Denken. Kleine Räume wirken durch einen blauen Anstrich größer. Es wird gerne in Räumen verwendet, die der Entspannung dienen, besonders in Schlafzimmern.

Violett, Brombeere und Heidelbeere
Die Farben zwischen Dunkelblau und Violett sind nahezu mystische. Sie wirken beruhigend aber auch geheimnisvoll. In Wohnräumen wirken diese Farben beruhigend. Als relativ dunkle Farben sollten sie aber eher sparsam eingesetzt werden. Außerdem wird den Farben nachgesagt, den Appetit und sexuelle Lust zu bremsen: Genussmenschen sollten sie in Ess- und Schlafzimmer also eher nicht einsetzen.

Rosa und Hibiskus
Die eigentlich sanfte Farbe Rosa ist in der Natur bei Blühpflanzen besonders oft zu finden. In ihrer schrilleren Ausführungen Pink kann die Farbe aber auch aufdringlich wirken. Rosa ist laut Experten die geeignetste Farbe für Schlafzimmer, da es besänftigt und Aggressionen abbaut.

Braun, Kaffee und Schokolade
Die Brauntöne gehören zu den Naturfarben. Sie wirken rustikal, beruhigend und ausgleichend. Während sich hellere Brauntöne die in den Bereich Beige gehen für nahezu alle Räume anbieten, können dunklere Brauntöne sehr edel wirken. Sie sollten aber nur auf einzelnen Flächen eingesetzt werden, weil sie ebenfalls viel Licht schlucken und Räume kleiner wirken lassen können.

Von Jan Henning Rogge

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