Kamine und Öfen sorgen an kalten Tagen für mollige Wärme. Sie strahlen auch Charme und Gemütlichkeit aus. Und Hingucker sind ´sie auch.

Mondän und schick, Landhausstil oder klassisch gemütlich – Kamine liegen weiter im Trend. Dabei sind den Wünschen der Kunden heute kaum noch Grenzen gesetzt: Kamine als Raumteiler mit beidseitigen Sichtfenstern sind ebenso möglich wie aufwändige Kachelofenlandschaften.

Der offene Kamin

Wer heute über eine Feuerstelle in den heimischen vier Wänden nachdenkt, hat die Qual der Wahl. Dort wo es in den 70er- bis Ende der 80er-Jahre mit einer offenen Feuerstelle um Behaglichkeit und Optik ging – überwiegend wurden offene Kamine gebaut, meist dunkle gemauerte Höhlen, in denen das Feuer brannte – sind solche Brandstätten heute eher die Ausnahme. Selbst, wenn bei einem modernen Kamin die Optik im Vordergrund steht, soll natürlich die Heizenergie genutzt werden.

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Für solche Zwecke eignet sich der offene Kamin hingegen nicht: Zwar produziert auch er ordentlich Hitze – zum großen Teil wird die jedoch über den direkt über dem Feuer liegenden Schornstein abgeführt. Besonders bequem sind sie dazu auch nicht: Nur eingeschränkt lässt sich die Größe des Feuers regulieren, wegen des Funkenfluges darf ein Kamin niemals unbeaufsichtigt brennen. Funkengitter können die Gefahr ein wenig eindämmen – optisch sind die jedoch meist keine Schönheit und ein wenig umständlich ist die Handhabung außerdem. Immerhin, wer im Wohnzimmer über offenem Feuer das Wildschwein grillen möchte, wird mit einem Kachelofen nicht weit kommen. Und optisch ist ein offener Kamin natürlich ein Hingucker.

Der Kaminofen

Eine andere Funktion als Wildschweine zu grillen ist meist der Grund, weshalb Menschen sich heute Kaminöfen in die Wohnung stellen: Die meist massiven Trümmer haben jede Menge Stein verbaut. Dabei handelt es sich oft um Speckstein. Ganz nach dem Prinzip des Kachelofens speichern die die Wärme des Feuers, ohne sie direkt durch den Schornstein in die Landschaft zu pusten. Ist ein Kaminofen einmal richtig heiß geworden, heizt er auch noch Stunden nachdem das Feuer aus ist die Umgebung. Damit möglichst wenig Wärme nach draußen verschwindet, wird sogar die Abluft noch durch Kanäle im Ofen geleitet, um möglichst viel Hitze einzubehalten.

Anders als bei offenen Kaminen verschließt normalerweise eine Tür den Feuerraum eines solchen Ofens, in der Regel gibt ein Fenster jedoch den Blick auf die Flammen frei. Das hat den Vorteil, dass der Ofen auch brennen kann, wenn niemand daneben steht. Romantik und Behaglichkeit kommen aber dennoch auf: Viel Wärme wird direkt von der Scheibe abgestrahlt, die Flammen sind trotzdem gut zu sehen. Über die Luftzufuhr lässt sich die Intensität des Feuers außerdem gut regulieren.

Nachteile gibt es aber auch: Ist es bei einem klassischen Kamin damit getan, die Asche zu entsorgen, müssen Kaminöfen meist aufwändiger gereinigt werden. Regelmäßig sollte die Scheibe vom Ruß befreit werden – zum einen ist das Feuer sonst bald nicht mehr zu sehen, zum anderen brennt der Ruß sonst ein. Wie stark verrußt die Scheibe ist, ist übrigens auch ein Hinweis, ob der Ofen richtig betrieben wird. Wer nach jedem Ofeneinsatz eine schwarze Scheibe vorfindet, sollte heißer heizen, also mehr Luft ans Feuer lassen. Zwar brennt das Holz dann schneller runter, dafür verrußt die Abluftanlage aber auch nicht so stark.

Der klassische Kachelofen

Eine ähnliche Funktionsweise wie der Kaminofen hat der klassische Kachelofen: Sie werden fest ins Haus integriert, oft verfügen sie über Luftschächte, mit denen weitere Räume beheizt werden. Üblicherweise werden sie vom Flur aus befeuert, in den direkt beheizten Räumen sind mit Kacheln – von denen sie ihren Namen haben – verkleidete Quader oder anders geformte Gebilde zu sehen. Wer einmal auf der gemauerten Bank eines Kachelofens gesessen hat, weiß diese besondere Art Ofen zu schätzen. Da sie jedoch kompliziert zu bauen sind – schließlich soll ein solcher Ofen über die ganze Fläche über Luftzüge beheizt werden – ist viel Handarbeit von Nöten. Übrigens: natürlich kann ein moderner Kachelofen auch durch eine verglaste Ofentür vom Wohnzimmer aus beheizt werden.
Die günstigste Methode, mit Holz zu heizen, ist vermutlich der meist gußeiserne Ofen, oft auch unter Begriffen wie Werkstatt-, Buller- oder Schwedenofen bekannt. Die kleinen Öfen liefern viel der Hitze des Feuers direkt an die Umgebung ab, kühlen aber auch schnell wieder aus, wenn sie nicht mehr befeuert werden. Sie eignen sich gut, um kleinere Räume schnell zu heizen. Da sie jedoch meist nur über kleine Brennräume verfügen, fordern sie viel Einsatz, wenn es dauerhaft warm bleiben soll.
Wer sich nicht mehr als nötig mit der Reinigung seines Ofens herumschlagen möchte, sollte sich übrigens nach einem Aschesauger umschauen. Das lästige ausfegen gehört damit der Vergangenheit an. Und während ein normaler Staubsauger angesichts der feinen Asche und im schlimmsten Fall Glut schnell im wahrsten Sinne des Wortes abraucht, sind Aschesauger genau dafür ausgelegt. Beim Reinigen der Kaminscheiben sollte man ebenfalls auf Hausmittelchen wie Reinigen mit Kaminasche oder Stahlwolle verzichten: Kaminscheibenreiniger erleichtern die Arbeit und zerkratzen die Scheibe nicht.

Einbau nur vom Fachmann

Ohne Fachmann ist die Installation eines Ofens übrigens nicht ungefährlich: Die Abgase selbst des kleinsten Bullerofens können tödlich sein. Nicht zuletzt deshalb muss jede Feuerstelle nach dem Einbau vom Schornsteinfeger abgenommen werden. Sind diese Dinge alle beherzigt worden, kann es dann aber endlich heiß zur Sache gehen.

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