Was man lange nur aus US-Rapvideos kannte, kommt nun auch in Deutschland an: Männerschmuck, der protzt statt kleckert. Jens Luppold hat im Nebenerwerb das Unternehmen Seventy6 Jewellery gegründet. Er stammt aus dem Großraum Hannover, wohnt aber inzwischen in Leimen, Baden-Württemberg. Neben seiner Tätigkeit als Zahntechniker kreiert der Familienvater individuellen Schmuck mit Wow-Effekt. Die Qualität seiner Arbeit hat sich inzwischen herumgesprochen und kommt besonders bei Männern in unserer ostwestfälischen Region gut an. news – Das Magazin hat Jens Luppold zu seinem Unternehmen Seventy6 Jewellery einige Fragen gestellt.

 

Interview Oktober 2020

Jens, was würdest Du als Deinen Schwerpunkt bezeichnen?
Hauptsächlich stelle ich individuellen Schmuck her. Das können Ringe, Siegelringe, Kettenanhänger, Ohrringe usw. sein. Außerdem habe ich Schnürsenkel-Accessoires kreiert (Laces Pieces), die den Schuh verschönern. Auch diese können individuell gestaltet werden, zum Beispiel mit Deinem Logo oder Namen.

Auf Deinem Insta-Profil schreibst Du von 26 Jahren Erfahrung. Wie sieht Dein Werdegang aus?
Ich arbeite seit 26 Jahren als Zahntechniker mit Gold, Titan oder Cobalt Chrom (Edelstahl). Ich habe ein Auge für Ästhetik und interessiere mich für Kunst.

Und wie hast Du Dich von Zähnen auf Schmuck spezialisiert?
Nun, als Zahntechniker macht man schon ab und an mal ein kleines Schmuckstück für sich, für seine Freundin oder für Verwandte. So fängt das meistens an. Ich hatte schon immer großen Gefallen daran, etwas zu entwerfen, was nicht jeder hat. Es fing mit ein paar Ringen und Ohrringen an. Dann mal eine Gürtelschnalle oder einen Verschluss für eine Tasche. So rutschte ich in die Schmuckbranche.

Interview Oktober 2020Interview Oktober 2020

Wie bist Du darauf gekommen, Seventy6 Jewellery zu starten?
Vor drei Jahren habe ich mal wieder etwas gemacht und habe es einem Graffitikünstler zugeschickt, dem ich auf Instagram folge. Er hat es auf seiner Seite hochgeladen, und es kam bei den Leuten gut an. Aus diesem Post erfolgten dann ein paar Anfragen von verschiedenen Leuten, die Interesse hatten, sich was anfertigen zu lassen. Und da die Anfragen nach der Zeit doch schon etwas mehr wurden, hatte ich die Idee, mir diesen Instagram-Account mit Seventy6 Jewellery anzulegen und ein Kleingewerbe zu starten.

Ist „Männerschmuck“ eine Nische oder hast Du viel Konkurrenz?
Meine Kunden sind zu knapp 80 % männlich, demnach ist der Bedarf für Männerschmuck da. Allein der klassische Goldschmied ist Konkurrenz für mich, jedoch unterscheiden wir uns preislich extrem.

Kann sich jeder Deinen Schmuck leisten?
Es wird immer Menschen geben, die gerade genug zum Leben haben. Schmuck ist ein Luxusartikel. Wer sich den Goldschmied nicht leisten kann, ist bei mir aber in guten Händen.

Findest Du, deutsche Männer müssen in Sachen Männerschmuck noch mutiger werden?
Das glaube ich nicht! Die Anfragen mit den Wünschen, wie der Schmuck aussehen soll, zeugen schon von einer sehr großen Kreativität. Es kommen wirklich einmalige schöne Sachen dabei raus.

In Deiner Insta-Bio schreibst Du auch von Upcycling. Kannst Du dafür Beispiele nennen?
Alter Schmuck kann bestens überarbeitet und verändert werden. Ich habe aber auch schon aus alten Ketten und Ringen einer verstorbenen Mutter einen neuen, sehr persönlichen Ring für den Sohn als Erinnerung gemacht. Auch einem Kind, das seinen Vater verloren hat, habe ich anhand des Fingerabdruckes ein Medaillon zum Andenken gefertigt.

Wenn jemand ein bestimmtes Stück bei Dir sieht und dasselbe möchte: Gehst Du darauf ein oder legst Du Wert auf Unikate?
Ich lege großen Wert auf Unikate. Aber ich biete auch Sachen an, die man immer bestellen kann wie Graffiti Caps Anhänger oder Graffiti Cap Ringe.

Interview Oktober 2020

Wie ist Dein Bezug zu Graffiti?
Mit 13 Jahren habe ich das erste Mal ein Piece gemalt. Ich war in meiner Kindheit und Jugend sehr aktiver Sprayer und habe später auch viel mit Airbrush gearbeitet und Schuhe, Jacken, Hosen, Autos und vieles mehr besprüht. Mein größtes Projekt war, die Stadtmauer von Rodenberg mit Graffiti zu bemalen. Das war noch mit meinem Bruder zusammen. Ich finde Grillz wahnsinnig toll, hab aber gelesen, dass diese sehr schädlich für Zähne sind.

Wie ist da Deine Erfahrung als Fachmann?
Also wenn sie richtig hergestellt werden, sind sie überhaupt nicht schädlich für die Zähne. Man muss nur einiges dazu beachten und sich daran halten. Zum Essen und Schlafen rausnehmen zum Beispiel.
Wichtig ist es auch, dass sie ein Fachmann herstellt. Leider gibt es viele Leute im Netz, die nicht die Ausbildung, sprich die Qualifikationen dazu haben.

Gibt es Anfragen, die Du ablehnst, oder versuchst Du, alles möglich zu machen?
Ich habe schon Anfragen für satanischen Schmuck abgelehnt sowie Kunden aus der Ultra-Bewegung. Ich arbeite nicht für Nazis und stelle auch kein Sexspielzeug her.

Kontakt Instagram @seventy6_jewellery
E-Mail: seventy6jewellery@gmail.com