Falk Benker ist Schlaftrainer und spricht im News-Interview über die besten Wege für eine erholsame Nacht. Die hat mehr Bedeutung für die Gesundheit und das Wohlbefinden, als viele zunächst denken.

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Von Carsten Korfesmeyer

Wann essen Sie zu Abend? Wie lange liegen Sie wach, bevor Sie einschlafen? Oder welche Temperatur hat Ihr Schlafzimmer? Alles in allem sind es 37 Fragen, die Falk Benker seinen Kunden zum eigenen Schlafverhalten stellt. Der 58-Jährige ist Schlaftrainer und sein Ziel ist, für einen guten Schlaf zu sorgen. Rund acht Stunden verbringt ein Mensch durchschnittlich mit dem Schlafen. Diese Phase der Erholung hat eine ganz entscheidende Bedeutung für den Tag. Wer ausgeruht ist, kann viele Dinge im Alltag besser stemmen. Millionen Menschen leiden in Deutschland jedoch unter Schlafstörungen. Oft liegen die Ursachen im eigenen Verhalten. Falk Benker gibt nützliche Tipps für eine geruhsame Nacht. „Schäfchen zählen bringt nichts“, sagt er und nach einer durchgemachten Nacht sollte man nicht lange ausschlafen.

Foto: Jenko Ataman – stock.adobe.com

Herr Benker, wird der Schlaf allgemein unterbewertet?
Viele Menschen in Deutschland leiden unter Schlafproblemen. Sie können abends nur schwer einschlafen oder schlafen nicht durch. Dabei ist der Schlaf immens wichtig, um tagsüber leistungsfähig zu sein. In der Ruhephase regenerieren so viele Körperprozesse. Ich denke, diese hohe Bedeutung wird oft nicht genug erkannt.

Liegt das an unserer schnelllebigen Zeit?
Stress als solcher ist prinzipiell nicht so schlimm. Es sind oft die Rahmenbedingungen, die uns schlecht schlafen lassen. Das hat auch nicht unbedingt etwas mit dem Bett zu tun, sondern mehr mit der Ausstattung des Schlafzimmers oder auch mit der Ernährung.

Was ist denn in dieser Hinsicht besonders schlecht?
Grundsätzlich ist Alkohol am Abend nicht gesund. Dadurch schlafen viele Menschen zwar besser ein, doch der Körper erholt sich dadurch keineswegs wie erhofft. So was sollte man einfach lassen. Spätes Essen ist auch nicht ratsam und ein Fernseher im Schlafzimmer ist ebenfalls nicht gut. Es sollte dort möglichst dunkel sein.

Sie sagen, wir müssten mehr auf den Tag-Nacht-Rhythmus achten.
Richtig. Der Tag-Nacht-Rhythmus ist bei uns Menschen noch etwas, das aus der Steinzeit kommt. Ist es draußen dunkel, schlafen wir. Jeder Mensch hat übrigens einen eigenen Rhythmus in dieser Hinsicht.

Was sagen Sie denn den Schichtarbeitern dazu?
Jeder Mensch lebt nach einer eigenen inneren Uhr. Die spiegelt sich immer wider. Schichtarbeit durchbricht das. Zwei Schichten sind sicherlich noch einzustellen, aber wer drei Schichten fährt, lebt zumindest aus Sicht des Schlafens definitiv nicht gesund. Da wird es mit dem Schlaftraining schon sehr kompliziert.

Ok, aber auch sonst ist es doch nur schwer möglich, jeden Abend zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen. Was mache ich, wenn ich abends mal auf einer Party bin und erst ganz früh morgens ins Bett komme?
Das Beste ist tatsächlich, gleich wieder in den Rhythmus zu kommen. Das heißt also nicht, erst mal lange auszuschlafen. Ideal ist, möglichst zur gewohnten Zeit wieder aufzustehen, dann einfach ein bisschen nach draußen zu gehen und so wieder in den Rhythmus zu gelangen. Das klingt zwar zunächst anstrengend, tut dem Körper aber gut.

Also 7 Uhr raus?
Ja, und dafür dann vielleicht am Nachmittag etwas ausruhen.

Tagsüber sollte man sich auch Pausen gönnen.
Etwa alle 90 Minuten ist das empfehlenswert. Dann einfach mal fünf Minuten nichts tun und abschalten. So was ist vergleichbar mit einer Raucherpause. Zwischendurch tut Ruhe dem Körper richtig gut.

Was machen Sie als Schlaftrainer?
Zunächst analysieren wir gemeinsam das Schlafverhalten in einem Gespräch, das etwa zwei Stunden dauert. Meine Gesprächspartner müssen dann einen Fragebogen beantworten und bekommen ein Buch an die Hand, das über richtiges Schlafen informiert. Ich gebe dann individuelle Tipps und es ist oft überraschend, welche kleinen Dinge noch dazu führen können, dass Menschen weniger gut schlafen.

Zum Beispiel?
Wenn das Bett direkt neben der Tür steht. Da ist an einen ruhigen Schlaf nicht zu denken. Das sind Urinstinkte von uns Menschen – genauso, dass wir mit dem Kopf immer in Richtung der Wand schlafen.

Wie geht Ihre Beratung weiter?
Bis sich der Erfolg dauerhaft einstellt, dauert es tatsächlich etwas länger. Nach einer Woche ziehen wir ein erstes Fazit, das Buch selbst erstreckt sich über einen Zeitraum von 66 Tagen. Nach 60 Tagen hat man schon eine ganze Menge erreicht, nach etwa 90 Tagen kommt der Erfolg. Wichtig ist, in dieser Zeit ehrlich zu sich selbst zu sein.

Die Bereitschaft, sich Ihnen in den Gesprächen zu öffnen, gehört aber auch dazu.
Sicherlich, aber als zertifizierter Schlaftrainer sind mir die Fehler, die beim Schlafverhalten und Schlafrhythmus passieren, gut bekannt. Und ich weiß auch, dass während des Prozesses einiges an Selbstdisziplin abverlangt wird. Doch richtiges Schlafen lässt sich antrainieren und die Menschen spüren das in vielen Belangen. Sie sind ausgeruhter, leistungsfähiger und fühlen sich insgesamt deutlich wohler.

Sie sind auch Inhaber eines Betten-Fachgeschäfts. Sind Sie dadurch auf die Idee gekommen, zusätzlich Schlaftrainer zu werden?
Auf das Thema „Gesunder Schlaf“ bin ich sicherlich auch durch mein Fachgeschäft aufmerksam geworden. Beides hat allerdings nichts miteinander zu tun. Richtiges Schlafverhalten steht in keinerlei Zusammenhang mit Betten, Matratzen oder Decken, sondern liegt an einem selbst. Ich finde die Materie ungemein spannend und bin ganz überrascht, dass es in Deutschland nur wenige Schlaftrainer gibt.

Falk Benker ist erreichbar unter Telefon (01 77) 8 59 60 76 sowie per E-Mail unter info@schlaftrainer-minden.de.

www.schlaftrainer-minden.de