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„Ich kann auch zaubern“

Sebastian Mayer (36) ist Hobbyautor, liebt Kartentricks und Sport und skizziert mit dem Buch „Wonderland“ das amerikanische Musikgeschäft.

news Interview

Sebastian Mayer arbeitet als Monteur für elektrische Rollstühle. Der 36-Jährige ist technikaffin, hat aber auch eine literarische Seite. Gerade hat der Vater eines einjährigen Sohnes seinen ersten Kurzroman „Wonderland“ veröffentlicht, in dem es über die Höhen und Tiefen des Musikgeschäfts geht. Redaktionsleiter Carsten Korfesmeyer hat mit dem Autor aus Porta Westfalica-Eisbergen gesprochen, der schon am nächsten Buch schreibt.

news: Herr Mayer, Ihr Beruf sagt nicht sofort aus, dass Sie auch Buchautor sind.
Sebastian Mayer: Ich bin in der Richtung aber schon länger unterwegs. In meiner Jugend habe ich schon gerne Geschichten verfasst, die ich mir selbst ausdachte.

news: Und mit 36 kommt Ihr erstes Buch. Ein Kurzroman, an dem Sie zehn Jahre gearbeitet haben?
Sebastian Mayer: Natürlich habe ich nicht zehn Jahre daran geschrieben. Das wär dann ja echt ein Ding. Nein, ich habe immer mal wieder ein paar Seiten verfasst, Handlungsabläufe verändert oder neue Ideen einfließen lassen. Ich muss damit ja nicht mein Geld verdienen und das Schreiben ist mein Hobby. So hat es eben zehn Jahre gedauert, bis es fertig geworden ist.

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news: Wovon handelt das Buch?
Sebastian Mayer: Es heißt „Wonderland“ und das ist der Titel eines Songs, mit dem die Hauptfigur einen Top-Hit in New York landet. Der Mann durchlebt dann die Höhen und Tiefen des Showgeschäfts. Vom Aufstieg bis zum Absturz wird das Leben beschrieben. Es geht um Beziehungen, Drogen, Alkohol und Liebe. Am Ende muss er sein Leben wieder in den Griff bekommen.

news: Klingt dramatisch.
Sebastian Mayer: Ist aber alles fiktiv. Ich habe alles frei erfunden und ich habe auch keine eigenen Erlebnisse in dem Buch verarbeitet (lacht). Ich bediene sicherlich einige Klischees, die ich aber sehr überspitzt in der Handlung darstelle. Es ist nichts autobiografisches. Versprochen.

news: Sie selbst sind auch Musiker in der Band „Between Minds“. Haben Sie nicht doch schon darüber nachgedacht, plötzlich ein großer Star zu sein?
Sebastian Mayer: Solche Gedanken macht sich doch jeder irgendwann einmal. Aber unsere Band spielt auf Stadtfesten in der Region – und da muss ich mir nicht wirklich Gedanken darüber machen, einen Nummer-Eins-Hit zu landen.

news: Sie schreiben aber auch die Texte.
Sebastian Mayer: Ja, sowohl auf deutsch als auch auf englisch. Früher hatten wir einige Songs gecovert. Das machen wir inzwischen nicht mehr. Und jeder Liedtext erzählt ja auch eine kleine Geschichte. Insofern ist da schon eine gewisse Nähe zu meinem Dasein als Buchautor erkennbar.

news: Wie läuft es in der Band aktuell?
Sebastian Mayer: Wir machen gerade eine Pause. Unser Bassist studiert, mein Sohn Jaden ist vor einem Jahr geboren. Da setzt man momentan andere Prioritäten.

news: Und der Probenraum ist abgebrannt.
Sebastian Mayer: Ja, das ist leider vor einem Jahr passiert. Wir probten auf einem Hof in Rinteln, wo ein Feuer ausbrach. Passiert ist keinem etwas und die Versicherung hat uns unseren materiellen Schaden ersetzt.

news: Ist Ihr nächstes Buch in Arbeit?
Sebastian Mayer: Ja, und dieses Mal wird es ein längerer Roman.

news: An dem Sie wieder zehn Jahre arbeiten?
Sebastian Mayer: Nein (lacht), jetzt soll es schneller gehen. Ich bin auch schon gut dabei. Es ist ein Roman im Jugendbuchstil. Aber mehr sage ich zum Inhalt nicht.

news: Sie sagen aber, Ihr erstes Buch sei kein wirtschaftliches Risiko für Sie. Das war früher anders.
Sebastian Mayer: Im Internetzeitalter gibt es Verlage, die nach Bedarf binden. Ich selbst wollte mir mein Buch nur selbst ins Regal stellen und stieß dabei im Netz auf einen Anbieter, der die Bücher bindet und dann auch veröffentlich. So kann es sich jetzt jeder bestellen oder auch im Buchhandel kaufen.

news: Wie viel verdienen Sie an jedem verkauften Exemplar?
Sebastian Mayer: Einen Euro. Das ist nichts, um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Aber darum geht es mir ja auch überhaupt nicht. Ich möchte einfach meine Ideen und meine Kreativität in den Büchern ausleben. Es ist ein Hobby.

news: Von denen Sie ja noch ein paar mehr haben. Ein Pokal steht seit ein paar Tagen bei Ihnen zuhause.
Sebastian Mayer: Ja, ich habe an einer Kung-Fu-Meisterschaft teilgenommen. Kampfsport betreibe ich schon seit vielen Jahren und ich nehme gerne an Wettbewerben teil. Sport ist mir überhaupt sehr wichtig als Ausgleich. Icvh betreibe Fitness und ich bin leidenschaftlicher Surfer. Am liebsten in Südfrankreich.

news: Stimmt es, dass Sie auch sehr gut zaubern können?
Sebastian Mayer: Ja, ich kann auch zaubern. Aber meine magischen Fähigkeiten sind nur Kartentricks, die ich im privaten Kreis gelegentlich vorführe. Ich finde das witzig und die Reaktionen sind oft verblüffend.

news: Wollen Sie damit irgendwann auftreten?
Sebastian Mayer: Noch nicht, aber ich habe da tatsächlich schon öfter mal drüber nachgedacht. Reizvoll wäre das ganz bestimmt. Aber vielleicht mal auf Kindergeburtstagen. Als Vater habe ich ja dazu tolle Gelegenheiten.

Das Buch „Wonderland“ von Sebastian Mayer ist im Buchhandel erhältlich oder im Internet zu beziehen.