Aus Theatersicht ist der Oktober ein bärenstarker Monat. Die Häuser in Minden, Hameln und Bad Oeynhausen haben in den kommenden Wochen eine Menge zu. Ob Komödien, Thriller oder Konzerte: Ihr könnt unter fast allen Genres wählen. Hier ein paar Tipps und Infos.

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Stadttheater Minden
Nach dem Wagner-Modus schaltet das Stadttheater Minden wieder in den üblichen Spielbetrieb um. Einiges steht im Oktober auf dem Spielplan – beispielsweise das Schauspiel „Vincent will Meer“ am Montag, 28. Oktober, 20 Uhr. Berührend, witzig und respektvoll erzählt “das Stück vom Leben dreier Menschen mit Handicap. Denn es war der letzte Wunsch von Vincents Mutter: Noch einmal ans Meer. Deshalb ist Vincent jetzt fest entschlossen, zumindest ihre Asche an die italienische Küste zu bringen. Doch zuerst muss er aus der psychiatrischen Klinik ausbrechen, in die ihn sein Vater eingewiesen hat. Dieser steckt als aufstrebender Lokalpolitiker mitten im Wahlkampf und ein erwachsener Sohn mit Tourette- Syndrom passt nicht zum Bild des erfolgreichen Machers. Zusammen mit der magersüchtigen Marie und dem zwangsneurotischen Alex klaut er das Auto der Ärztin und macht sich auf die Reise nach Italien. Der Aufbruch ins Ungewisse stellt das flüchtige Trio vor große Herausforderungen: Alex fürchtet sich vor Bakterien, Marie vor Nahrung und beide fürchten den Kontrollverlust.
Auch die Komödie „Ein Käfig voller Helden“ verspricht eine Menge Spaß, die am Donnerstag, 31. Oktober, um 20 Uhr zu sehen ist. Lilo Wanders ist in der Inszenierung der Braunschweiger Komödie am Altstadtmarkt zu sehen. Dieses weltbekannte Stück mit Starbesetzung ist nicht nur schreiend komisch, sondern zeigt, dass Toleranz und Liebe der Schlüssel zum Glück sind. Bereits als Film und Musical feierte dieses Stück sagenhafte Erfolge – zu Recht, wie die Kritiker schreiben. Diese Komödie sollte man in keinem Fall verpassen.
www.stadttheater-minden.de

Theater im Park in Bad Oeynhausen
Seit Ende September hat das Warten ein Ende und im Theater im Park geben sich die Schauspieler wieder die Klinke in die Hand. Im Oktober stehen mit Heinrich Schafmeister oder auch Chris Barber gleich einige Schwergewichte der Showbranche auf der Bühne. Willie und Al sind die „Sonny Boys“ und unschlagbare Komödianten, die auf den großen Varietébühnen frenetisch gefeiert werden. Tatsächlich aber kann sich das ach so charmante Comedy-Duo auf den Tod nicht ausstehen. Neil Simons bissige Boulevard-Komödie „Sonny Boys“ ist ein das Showbusiness großartig glossierender Klassiker und eine berührende Geschichte über Freundschaft mit Heinrich Schafmeister in der Hauptrolle. Los geht’s am 10. Oktober um 19.30 Uhr.
„The best Jazz is timeless“ – das weiß auch Chris Barber, der am 18. Oktober um 19.30 mit seiner Band im Theater im Park spielt. Der Posaunist ist einer der letzten britischen Jazzlegenden und eine Ikone des traditionellen Jazz in Großbritannien. Gewitzt spielt die zehnköpfige Big Chris Barber Band alles, was das Jazz-Herz erfreut, von New Orleans über Blues bis hin zu den Songs von Duke Ellington. Und am 31. Oktober erzählt „theaterLust“ München um 19.30 Uhr die Geschichte von „Hildegard von Bingen“. Das Schauspiel mit Gesang und Musik von Susanne Felicitas Wolf macht sich auf die Suche nach der selbsternannten kleinen Posaune Gottes, die im elften Jahrhundert lebte.
www.staatsbad-oeynhausen.de

Theater Hameln
Der Monat Oktober beginnt im Theater Hameln mit einem Symphoniekonzert: es gastiert die Neue Philharmonie Frankfurt mit Werken von Haydn, von Webern und Brahms. Nach den Herbstferien geht es dann weiter mit einer der berühmtesten Operetten überhaupt: das Theater für Niedersachsen aus Hildesheim lädt uns ein ins „Weiße Rössl“ am Wolfgangsee. Das weltberühmte und mehrfach verfilmte Werk ist mit seiner Handlung auch heute noch aktuell. Das Stück spielt zur Hochsaison im „Weißen Rössl“ in Sankt Wolfgang. Amors Pfeile zwischen Zahlkellner Leopold, seiner Chefin Josepha Vogelhuber, dem Berliner Rechtsanwalt Dr. Otto Siedler und der jungen Ottilie fliegen kreuz und quer — und schlussendlich braucht es den Einsatz von Kaiser Franz Joseph höchstpersönlich, der sich im „Rössl“ einmietet und dem amourösen Wirrwarr zu einem Happy-End verhilft. Theaterkönig Ralph Benatzky und Revuetheater-Regisseur Erik Charelle krönten ihr gemeinsames Schaffen mit dieser Operette, die sich bis heute jeder gängigen Kategorie entzieht: Musikalisch aus der Wiener Kabarett- und Chanson-Szene stammend sind es die mitreißende Stimmung und der unvergleichliche Humor, die das Stück zu einer Sternstunde der Revueoperette machen. Die Premiere des Weißen Rössls ist am Freitag, 25. Oktober, um 19.30 Uhr. Der maximale Kontrast dazu ist der Politthriller „Aus dem Nichts“ am 28. Oktober nach dem preisgekrönten Film von Fatih Akin, den Ihr übrigens vorab in unserer Reihe „Spiel´s gleich zweimal, Sam!“ am 22. Oktober, um 20 Uhr, in der Sumpfblume Hameln sehen könnt.
www.theater.hameln.de