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Hausberge feiert Freischießen am Pfingstwochenende und sucht König und Königin. Das Event hat eine 355 Jahre lange Tradition. Es gibt sich traditionell und programmmäßig ganz auf Höhe der Zeit.

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Freischießen Hausberge 2019

Herren in Zylindern, Parademärsche, Tanz und Party: In Hausberge steht das Pfingstfest wieder im Zeichen des Freischießens. Das solltet Ihr Euch nicht entgehen lassen. Von Freitag bis Montag wird nicht nur ein König ausgeschossen, sondern es gibt auch jede Menge Gelegenheiten, Hausberge von einer anderen Seite kennenzulernen.

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Zum ersten Mal seit Jahrhunderten findet es dann wieder an Pfingsten statt – was den Bürgerbataillonen die Möglichkeit gibt, am Pfingstsonntag den künftigen König richtig zu feiern – schließlich können die und ihre Gäste am Montag ausschlafen. Ob König Daniel Höinghaus und seine Königin Henrike Hedtmann ihr 2017 erworbenes Amt abgeben müssen, wird sich ebenfalls am Pfingstsonntag entscheiden.

Freischießen Hausberge 2019Die Geschichte des Hausberger Freischießens reicht über 355 Jahre zurück, heißt es auf der Homepage des Bürgerbataillons. Es hat seinen Ursprung in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges, der 1648 im Westfälischen Frieden endete und durch den das Fürstentum Minden – und damit auch der Flecken Hausberge – zu Brandenburg kam. Wie in allen Städten und Flecken hatten in diesen unruhigen und kriegerischen Zeiten auch die Bürger des Fleckens Hausberge ihren Ort zu verteidigen. Sie waren im Besitz von Gewehren, in deren Gebrauch sie sich zu üben hatten.

Um den Bürgern in dieser Hinsicht einen Ansporn zu geben, hatte der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg einen Betrag von sechs Reichstalern für den Bürger ausgesetzt, der bei dem alljährlich am zweiten Pfingsttage stattfindenden Freischießen den besten Schuss abgab. Später hob der Enkel des Großen Kurfürsten König Friedrich Wilhelm l. das Hausberger Freischießen auf, und damit fiel auch die früher gewährte Schießprämie weg.

Freischießen Hausberge 2019Im Jahre 1733 wandte sich der Magistrat des Städtchens Hausberge mit der Bitte an den König, das Freischießen wieder zu gestatten und dem besten Schützen die frühere Schießprämie wieder zu gewähren. Der Amtmann des Amtes Hausberge befürwortete das Gesuch; er wies in seinem Schreiben an den König auf die Notwendigkeit hin, dass die Bürger im Falle der Not mit einem „tüchtigen Gewehr versehen seyen”. Diese Schreiben, zu denen auch noch ein positives Antwortschreiben aus Berlin vom 25. August 1733 gehört, sind die ältesten Dokumente über das Hausberger Freischießen, die
erhalten sind.

Deshalb gilt das Jahr 1733 als das Anfangsjahr des Hausberger Freischießens, obwohl aus den Dokumenten hervorgeht, dass es auch davor zu Zeiten des Großen Kurfürsten schon das Freischießen gab. In Fortsetzung einer über 300 Jahre alten Tradition wird das Freischießen seit 1955 wieder alle zwei Jahre regelmäßig ausgerichtet.

Das Programm ist auch in diesem Jahr wieder abwechslungsreich. Bereits am Freitag, 7. Juni lassen sich die Angehörigen der drei Kompanien bereits ein erstes Mal sehen: Um 19 Uhr beginnt das Freischießen mit dem Bataillonsappell im Festzelt „Grüner Marktplatz“. Ab 21 Uhr heißt es dann „Porta tanzt“ – DJ Stephan König hat dafür das Beste aus den 80er- und 90er-Jahren vorbereitet.

Freischießen Hausberge 2019Am Samstag ist dann der große Tag: Die Kompanien sammeln sich um dann ab 13 Uhr auf dem Festplatz einzutreffen. Um 13.20 Uhr steht dann der Abmarsch zum Schießstand an der Jugendherberge an. Um 14 Uhr startet dann das erste Schießen des Hausberger Freischießens. Um 17 Uhr marschiert das Bataillon dann wieder zum Festplatz, wo es ab 19 Uhr mit der Top-40-Band „WannaBeaz“ dann wieder musikalisch rund geht.
Bevor am Sonntag um 13 Uhr dann das eigentliche Königsschießen startet, wird um 12.15 Uhr am Grünen Markt ein Kranz am Ehrenmahl und ein Strauß am Mahnmal niedergelegt. Um 12.30 Uhr setzen sich die Kompanien dann wieder in Bewegung zur Jugendherberge. Der glücklichste Schütze wird dann um 17.30 Uhr auf dem Alten Marktplatz bekanntgegeben. Dann stehen auch weitere Ehrungen an, bevor um 18.30 Uhr der Königsball startet – passenderweise wieder mit DJ Stephan König.

Auch der Pfingstmontag steigt im Zeichen des Freischießens – dann steht am Grünen Markt ab 14 Uhr aber die Familie im Vordergrund. Um 17 Uhr startet endlich die Kinder-Disco mit „Dance Factory“. Um 19.30 Uhr klingt das Freischießen 2019 dann aus – und wird sicherlich nicht nur dem neuen König sondern auch den Besuchern in schöner Erinnerung bleiben.