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GWD Minden: Bislang nur drei Mal ausverkauft

Die Leistung stimmt, doch an Zuschauern könnte GWD Minden in der Kampa-Halle durchaus mehr vertragen.

GWD Minden: Bislang nur drei Mal ausverkauft

Eine relativ ruhige Bundesligaphase war das im April für GWD Minden. Drei Wochen lang gab es kein Spiel – die DHB-Pokalendrunde und die EM-Qualifikation war „Schuld“. Ein bisschen blöd für Trainer Frank Carstens, denn zumindest in der Zeit der Qualifikation fehlten ihm gleich sieben Spieler im Training.

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„Ruhig“ ist ein gutes Stichwort, denn es könnte bei Heimspielen gerne etwas lauter sein. Nicht, dass die anwesenden Fans keine Stimmung machen. Nein, sondern dann, wenn man davon ausgeht, dass mehr Zuschauer auch mehr Lautstärke mit sich bringen.

GWD Minden: Bislang nur drei Mal ausverkauftDrei Mal war die Kampa-Halle in dieser Saison bei GWD-Spielen bisher ausverkauft: am 4. November gegen Kiel, am 26. Dezember gegen Lemgo und am 24. März gegen Magdeburg. Drei Spiele, bei denen man das auch erwarten kann, wenn nicht sogar muss. Gegen Kiel ist es traditionell voll, beim OWL-Derby gegen Lemgo auch und gegen Magdeburg passiert das aufgrund der räumlichen Nähe und Rivalität zweier Traditionsvereine auch schon Mal. Das ist jetzt ja aber nicht gerade übermäßig oft. Für meinen Geschmack ist das eher zu wenig. Es passen ja mal gerade 3.800 Zuschauer rein in die Halle. Der Zuschauerschnitt nach 13 Heimspielen beträgt 2.773 Leute. Das ist in dieser Tabelle Platz 16, also fast der Abstieg…

Woran liegt das? Die Voraussetzungen sind doch ganz gut. Minden allein hat mehr als 80 Tausend Einwohner. Dazu kommt das unmittelbare Umfeld mit Teilen der Kreise Diepholz, Nienburg, Schaumburg und natürlich dem Mühlenkreis mit insgesamt noch mal circa 300 Tausend Einwohnern. Und: es gibt neben dem TuS N Lübbecke als Dauerrivale in diesem Raum keinen besucherträchtigen und vor allem höherklassigen Sport. Im Dreieck Bremen/Bielefeld/Hannover gibt es kaum direkte Konkurrenz zum Fußball. Regionalligist SV Rödinghausen aus der näheren „Nachbarschaft“ kommt auf rund 1.100 Gäste pro Spiel.

GWD Minden: Bislang nur drei Mal ausverkauftWenn ich noch einen Schritt weitergehe und das mal mit Handballbundesligavereinen mit ähnlichen Voraussetzungen vergleiche, kommen mir noch mehr Fragezeichen: Gummersbach hat im Schnitt 3.100 Zuschauer, Lemgo 3.600, Melsungen und Wetzlar sogar 3.900. Bei denen gibt es auf jeden Fall nicht weniger Konkurrenz durch andere Sportarten und Vereine.

Ob sich das für GWD mit dem Zuschauerschnitt bei den noch ausstehenden Partien zu Hause gegen Berlin, Leipzig und dem Bergischen HC noch groß ändert? Großes Rätselraten. Zumal die beiden letzten Heimspiele an einem Mittwochabend sind: am 15. Mai gegen Leipzig und am 29. Mai gegen den Bergischen HC. Zumindest gegen den BHC stehen die Chancen auf ein volles Haus ganz gut – es ist Saisonende in der Kampa-Halle und am nächsten Tag ist Feiertag…

Eine Möglichkeit, mehr Zuschauer an sich zu binden, bietet GWD Minden allen Fans mit einer besonderen Aktion: Sonderverkauf von Dauerkarten für die neue Saison. Mit gleich mehreren Motiven von GWD-Spielern auf Plakaten und in Anzeigen wollen die Grün-Weißen neue „Dauergäste“ gewinnen. Beispiele: „Sei schlauer, guck auf Dauer“ oder „180 Puls für 199 Euro“. Die Preisvorteile liegen bei 20 bis 33 Prozent – je nach Platzkategorie. Dieser Sonderverkauf gilt vom 21. bis 23. Mai. Infos gibt’s unter gwd-minden.de. Eine durchaus gewinnbringende „win-win“ Aktion – Fans bekommen Tickets mit einem großen Rabatt und der Verein gewinnt neue Zuschauer und generiert zusätzliche Einnahmen.

Von Carsten Dehne