Für Paare ist die eigene Hochzeit das wichtigste Ereignis. Katharina Uschmann weiß um ihre Verantwortung, wenn sie diese Tage in Bild und Film festhält. Die gelernte Fotografin ist auf das Heiraten und das gesamte Drumherum spezialisiert. Wie eine Freundin begleitet sie Braut und Bräutigam durch das große Ereignis. Nicht zu stören, aber mit der Kamera alles einzufangen, ist das Arbeitsmotto der Bad Oeynhauserin.

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Wie schafft man es, als Hochzeitsfotografin nicht aufzufallen?
Durch eine gute Vorbereitung. Ich spreche vorab mit den Brautpaaren alles ganz genau ab und es gibt meistens vorab ein Verlobungsshooting. Es ist wichtig, sich kennenzulernen und eine Vertrauensbasis zu schaffen. Das Paar soll seine Hochzeit mit Familie und Freunden genießen und mein Job als Fotografin ist, da nicht zu stören. Ich bin ja kein Gast, sondern an diesen Tagen nur einer von vielen Dienstleistern. Ich halte mich deshalb weitgehend zurück, fange aber alles ein.

Zum Beispiel den Moment, wenn die Ringe getauscht werden …
Genau. Und weil ich in solchen Momenten generell keinen Blitz verwende, bemerkt man mich nicht. Am Ende bekommt das Paar mindestens 500 Bilder – alle übrigens digital, von mir ausgewählt und auf Wunsch zusammen mit Alben. Zu sehen sind dann alle Stationen der Hochzeit. Es sind Geschichten in Bildern. Der Tag bleibt somit unvergessen.

Wie ist es mit dem Moment, an dem der Bräutigam die Braut zum ersten Mal im Brautkleid sieht?
Das ist schon eine Situation voller Emotionen. Meine Aufgabe ist es auch, genau diese Gefühle im Bild einzufangen. Oft sieht der Bräutigam die Braut erst in der Kirche. Um die Aufregung zu senken, rate ich oft zum sogenannten „First Look“ vor der Trauung. Da entstehen meist viel emotionalere Fotos. Ich möchte die Menschen mit meiner Arbeit glücklich machen. Und wenn sie glücklich sind, bin ich es auch.

Du sagst, die Hochzeit muss authentisch sein.
Ja, das ist heute besonders gefragt und auch gut so. Studioaufnahmen sind eher gestellt und spiegeln den Tag nicht richtig wieder. Deshalb ist es heute eher üblich, besondere Orte im Freien zu suchen. Das kann eine Wiese, ein Wald oder auch ein Flussufer sein. Das wirkt dann alles echt und schöner.

Und wenn es regnet oder stürmt?
Dann gehört auch das zu dem Hochzeitstag mit dazu. Natürlich machen wir keine Bilder bei Platzregen, aber das Wetter wird schon mit in das Geschehen einbezogen. Ich habe immer einen Plan B in der Tasche. Dann geht es zum Beispiel an einen Unterstand. Die Qualität der Bilder bleibt ja und wenn der Hintergrund kein blauer Himmel ist, dann ist das eben so.

Welche Art von Hochzeiten sind denn besonders gefragt?
Beispielsweise die sogenannte Boho-Hochzeit, die ganz rustikal und mit toller Deko abgehalten wird. Tedenziell geht es zur freien Trauung – zum Beispiel auf einer Wiese. Die Zahl der Gäste liegt meist so zwischen 50 und 60. Das ist auch die Größenordnung für Hochzeiten, für die ich gebucht werde. Ich bin auch viel unterwegs – oft auch bundesweit oder manchmal sogar im Ausland, weil besondere Locations natürlich auch sehr gefragt sind.

Zählst du die Zahl deiner Hochzeiten noch?
Es sind inzwischen bestimmt schon weit über 100. Meist werde ich von Paaren gebucht, die mich von einer anderen Hochzeit bereits kennen.

Du heißt Katharina, deine Firma aber Karti-Fotografie. Warum fehlt das H?
Ganz einfach, weil ich das künstlerische „kARTi“ herausstellen will. Früher habe ich „Art“ noch in Versalien geschrieben. Heute nicht mehr.

Ab Januar erweiterst du dein Angebot um den Bereich Film.
Ja, das ist richtig, weil da immer häufiger nach gefragt wurde. Ich habe während meiner Ausbildung mit dem Filmen schon mal zu tun gehabt und michda jetzt tiefer eingearbeitet. Ich habe zwar meinen Schwerpunkt ganz klar im Bereich Hochzeiten, mache aber auch Paar- und Familienfotos, Babybauch-Fotos, Bilder von Neugeborenen, Portraits oder auch Imagefilme oder Werbefotos für Unternehmen.

www.karti-fotografie.de

Das Interview führte Carsten Korfesmeyer.