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Entenflug ins Esszimmer

Restaurants und Kneipen sind geschlossen, deshalb sind Bringdienste zurzeit im Aufwind. Auch das Abholen von Speisen und Getränken ist gefragt und so mancher Gastronomiebetrieb zeigt sich schwer kreativ.

Ententaxi Bringdienst

Als dieser Text entsteht, ist der 17. November 2020. Es ist ein Tag in der Coronakrise und seit etwas mehr als zwei Wochen dürfen bei uns die Lokale keine Gäste mehr empfangen. Wie lange noch? Das steht in den Sternen und in der Gesellschaft ist spürbar, wie sehr man sich die Rückkehr in den unbeschwerten Alltag wünscht. Irgendwann ist das sicher wieder der Fall, aber was ist bis dann? Die Gastronomie hat reagiert und anders als beim Frühjahrs-Lockdown setzen nun weit mehr Betriebe auf das „Essen zum Abholen“ oder den hauseigenen Lieferservice. Das klassische Pizza-Taxi hat Zuwachs bekommen und inzwischen fliegen sogar die Gänsebraten in die Häuser der Gäste.
Waren Bringdienste noch vor einiger Zeit auf Pizza, Gyros, Döner oder andere schnellen Gerichte ausgerichtet, stellt sich der Service in der Coronazeit wesentlich breiter auf. Selbst größere Gerichte wie Entenbraten finden sich mittlerweile im Angebot – und man muss nicht mehr die großen Mengen bestellen, um aufwendigere Speisen bis nach Hause zu bekommen. Catering funktioniert auch im kleinen Rahmen und der Festtagsbraten fliegt auch zur dreiköpfigen Familie.

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Wild, Gans oder Ente nicht im Lokal, dafür zuhause. Das ist sicherlich anders als beim Restaurantbesuch. Es fehlt das Flair der Umgebung und auswärts zu Essen steht immer auch mit einer Art Event-Gefühl in Verbindung. Doch in dieser Wintersaison ganz auf diesen Genuss zu verzichten, kommt für viele Menschen gar nicht in Frage. Und zum Glück ziehen die Gastronomiebetriebe in dieser Hinsicht prima mit. Sie geben ihren Gästen die Chance, die Gerichte „fast wie gewohnt“ genießen zu können. Ob Rotkohl, Klöße, Sauce: alles kommt in der gewohnten Qualität – inklusive der vielen Spezialitäten des Winters.

Ententaxi Bringdienst

Muss ich Sorge haben, dass die Gans auf dem Weg nach Hause kalt wird? Nein, ist die glasklare Antwort. Denn die Verpackungen sind mittlerweile so gut, dass sich die Temperaturen enorm lange halten. Selbst Strecken von einer Stunde ändern in aller Regel nichts daran, dass die Festtagsgerichte wohl temperiert ankommen. Solltet Ihr allerdings längere Fahrtwege haben, wäre ein vorheriger Hinweis im Restaurant hilfreich. Denn verpackungsmäßig gibt es Alternativen.
Oft stellen die Restaurants ihren Gästen auch das Geschirr, sodass selbst auf dem eigenen Esszimmertisch das Ambiente vom Lokal entsteht. Ein Tipp ist auch, es sich zum Essen zuhause gemütlich zu machen. Schafft Euch selbst das Gefühl, als würdet Ihr ausgehen und öffnet gerne auch die Flasche Wein. Holt Euch das Restaurantgefühl in die eigenen Wände und zündet auch eine Kerze auf dem Tisch an.

Der Gänsebraten oder das Wildschweinragout eignet sich nicht als Fast-Food. Deshalb solltet Ihr es im passenden Rahmen genießen und Euch Zeit nehmen. Verzichtet auf den laufenden Fernseher nebenbei und legt dafür lieber eine CD mit Chill-Out-Songs rein. Ihr werdet merken, wie sehr sich dadurch Eure Stimmung positiv verändert.

„Halbe bis dreiviertel Stunde“
Diese Tipps gelten selbstverständlich auch für die Klassiker wie Pizza oder Gyros. Ein Anruf genügt und schon macht sich „Margaritha“ oder „Frutti di Mare“ auf den Weg. Die Wartezeit ist mit „etwa einer halben bis dreiviertel Stunde“ längst ein Klassiker – und wird das Essen geliefert, ist es aufgrund der Boxen noch so warm, als sei es gerade erst aus dem Ofen gekommen. Und das schmeckt man auch.

Ententaxi Bringdienst

Natürlich liefert der Pizza-Bringdienst auch Salate, Aufläufe oder Pasta. Essen bringen auch immer mehr Betriebe. Es gibt Gyros, Chinesisches in „süß sauer“ und noch vieles mehr. Die Lokale haben den Markt schon seit einigen Jahren für sich entdeckt und profitieren von der Situation, wenn die Menschen zwar nicht selbst kochen, aber eine schöne warme Mahlzeit einnehmen wollen. Der Erfolg basiert auch auf den vielen Veränderungen unserer Gesellschaft, in der es oft hektisch zugeht. Dadurch fehlt auch ein wenig die Zeit zum Kochen.

Dass unser Alltag hektisch ist, weiß man. Ob sich allein schon daraus ein Zusammenhang zwischen der Beliebtheit der Bringdienst und dem Essensverhalten in der Gesellschaft herleiten lässt, ist nicht beweisbar. Vieles spricht aber dafür. Wer tagsüber im Job voll eingespannt ist, scheut abends eher das Kochen. Es muss mit dem Essen schnell gehen und das Kostet Zeit, die man lieber zum Ausruhen, Sport oder mit der Familie nutzt. Außerdem ist ein Bringdienst einigermaßen risikofrei. In aller Regel sind die Speisen immer exakt auf den Punkt gebracht. Und selbstverständlich könnt Ihr Euer Essen auch vor Ort abholen. In diesen Fällen spart Ihr Euch auch noch ein paar Euro für den Weg.
Egal ob Bringen oder Abholen: Im Winter 2020/21 sind in dieser Hinsicht weit mehr Möglichkeiten da als in früheren Jahren. Und das Beste daran ist, dass wir auch in diesen Zeiten auf unsere gewohnten Lieblingsgerichte unserer Restaurants nicht verzichten müssen.