Freie Fahrt für freie Bürger – das ist für echte Radfahrer kein Saisongeschäft. Mitleidig schauen sie zu, wie sich morgens die Blechkolonnen über verstopfte Straßen schieben, wie genervte Autofahrer bei der Parkplatzsuche verzweifeln und wie ihre Fahrer morgens völlig genervt ins Büro stapfen. Sie haben dann schon eine ordentliche Priese frische Luft getankt, ihren Körpern etwas Gutes getan, die Umwelt geschont und sind – bis auf die nervigen Aktionen einiger motorisierter Verkehrsteilnehmer – weitgehend stressfrei zur Arbeit gekommen.

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Immerhin, jetzt da die Temperaturen milder und der Regen wärmer wird, trauen sich wieder mehr Menschen aus ihren gefederten Kisten aufs Rad. Zeit, die Spinnweben vom guten alten Drahtesel zu wedeln und die Kette zu fetten. Seid Ihr dabei? Den kurzen Check am Fahrrad kann jeder Heimwerker selbst vornehmen: Stimmt der Luftdruck? Zieht die Bremse? Leuchtet alles, was leuchten muss? Klingel und Reflektoren gehören wie Beleuchtung und Bremsen ebenfalls zu den Dingen, die zu einem verkehrstüchtigen Rad dazugehören. Auch die Kette freut sich nach dem harten Winterbetrieb oder der langen Pause über einen Tropfen Öl. Wer sich das nicht zutraut: Viele Fahrradhändler haben einen Frühlings-Check im Angebot. Hier lohnt es sich allerdings, schon früh einen Termin zu machen – mit dem ersten Sonnenstrahl haben viele denselben Gedanken.

Die Saison für Radler startetVielleicht ein neues Rad?
Doch leider ist es damit manchmal nicht getan – manchmal ist es an der Zeit, einem treuen Gefährten Lebewohl zu sagen – weil der Zahn der Zeit zu sehr am Rad genagt hat oder weil sich die Bedürfnisse geändert haben. Dann stellt sich natürlich die Frage, wohin die Reise gehen soll: Wer einen Neukauf plant, sollte sich bereits vor dem Besuch beim Fahrradhändler ein paar Gedanken machen. Zum Beispiel den: Was habe ich mit dem neuen Fahrrad vor?
Wer ein neues Sportgerät sucht, ist mit einem Hollandrad eher schlecht beraten. Wer mit dem Rad am Sonntag gemütlich an der Weser fahren möchte, braucht weder Rennmaschine noch E-Bike. Und wer jeden Tag den Weg zur Arbeit bestreiten will, braucht die perfekte Mischung aus Robustheit und Komfort. Ebenfalls wichtig: In welchem Gelände bin ich unterwegs? Wer das Wiehengebirge überqueren muss, ist mit ein paar Gänge mehr besser bedient als jemand, der beim Radfahren die norddeutsche Tiefebene quasi nicht verlässt.
Ob lässiger Cruser mit Ballonreifen, das klassische deutsche oder holländische Damen- oder Herrenrad, Trekking- oder Rennrad, Mountain- oder Gravelbike, für wohl jeden Geschmack ist etwas zu haben. Für Einsteiger weniger zu empfehlen sind die immer noch hippen Fixie oder Singlespeed Räder: Bei Fahrradkurieren sind die eigentlich die Räder mit dem starren Gang bis heute weltweit beliebt und haben inzwischen Einzug in die Welt der Hipster gefunden. Die Räder haben keinen Freilauf, das heißt: rollen lassen ohne die Beine zu bewegen, geht nicht, die Pedalen bewegen sich so lange sich das Hinterrad bewegt.

Die Saison für Radler startetViel los auf dem Pedelec-Markt
Spannend ist, was sich derzeit auf dem Pedelec-Markt tut. Was einst nur Rentnern zugestanden wurde, ist mehr als ein Trend: Mit einem Hilfsmotor werden lange Strecken kalkulierbar, das macht sie auch für Pendler interessant. Zwar hört die Unterstützung bei 25 km/h auf – diese Geschwindigkeit lässt sich dafür aber konstant halten. Dauert der Weg zur Arbeit so eine Viertelstunde, ändert sich das auch nicht, wenn es Gegenwind gibt.
E-Bikes fahren anders als Pedelecs auch ohne Gestrampel: Auf Knopfdruck bewegt sich das Rad, fast wie ein Moped – und so wird es auch behandelt: hier muss ein Versicherungskennzeichen her und mindestens eine Fahrerlaubnis für Leichtkrafträder vorliegen. Ein Helm gehört hier ebenfalls aufs Haupt – aber sein wir mal ehrlich: Auch wenn die Dinger doof aussehen, gehört das Teil generell auf die Rübe. Es rettet Leben. Deins.
Wer fit bleiben will, ist unter Radfahrern ebenfalls gut aufgehoben: Egal ob der Weg zur Arbeit oder die ausgedehnte Tour am Wochenende, jeder Kilometer hilft. Radfahren stärkt nachweislich das Herz, ist dabei gelenkschonend und versorgt auch den Geist mit frischen Eindrücken. Die frische Luft tut ebenfalls dem Körper gut.

Hinzu kommt die positive Klimabilanz: Wer Fahrrad fährt, verbrennt keinen Treibstoff und die Energiekosten, die für die Herstellung eines neuen Fahrrades anfallen sind ein Klacks im Vergleich zum Energieaufwand bei der Herstellung eines Autos. Und selbst auf längeren Strecken sind Radfahrer noch dazu oft schneller unterwegs als Autofahrer – schließlich dauert ihre Parkplatzsuche meist nur wenige Sekunden. Müßig zu erwähnen, dass das Abstellen von Fahrrädern in der Regel kostenlos ist.