Von Jan Henning Rogge

Ein Haus mit Garten, ein Ort für die Familie, Geborgenheit – Zuhause. Wohl alle Menschen tragen den Wunsch nach einem solchen Ort in sich. In unserer neuen Serie wollen wir in mehreren Teilen einen möglichen Weg zeigen, wie dieser Traum wahr werden kann. In der letzten Ausgabe ging es um den Rohbau, nun starten wir mit dem Innenausbau.

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Volles Rohr

Schon mit dem Rohbau war klar, welchem Raum im neuen Haus welche Rolle zukommt. Dafür wurden bereits entsprechende Vorkehrungen getroffen: Der Hausanschluss mit Wasser, Gas und Strom wurde vorbereitet, nun geht es zur Sache. Im ganzen Haus werden nun die sanitären Einrichtungen vorbereitet. Spätestens jetzt gibt es kein Zurück mehr.

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Schon jetzt ist es wichtig zu wissen, auf welcher Höhe Toiletten und Waschbecken installiert werden sollen. Um die persönlich passenden Maße herauszufinden, macht es Sinn, Platz zu nehmen: Früher wurden die sanitären Anlagen deutlich tiefer installiert, je nach persönlicher Körpergröße ist das aber nicht sonderlich praktisch. Ein beliebter Fehler: Wer die Oberkannte der Toilette an der Bodenhöhe im Rohbau ausmisst, sitzt später zu tief – denn der Boden wird durch Aufbauten wie eine Fußbodenheizung und Fliesen noch deutlich höher.

Apropos Fußbodenheizung: Die Art der Heizung steht zu diesem Zeitpunkt in der Regel ebenfalls fest – letzte Entscheidungen lassen sich aber auch jetzt noch treffen: Eine energiesparende Fußbodenheizung sorgt für angenehme Wärme und arbeitet mit verhältnismäßig niedrigen Temperaturen – das gilt auch für andere Flächenheizungen, wie zum Beispiel Wandheizungen. Klassische Heizkörper sind dafür im Verhältnis günstiger, benötigen für den Betrieb aber höhere Temperaturen. Heizkörper gibt es noch dazu in vielen verschiedenen Farben, Formen und Ausführungen, von chic bis rustikal.

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Unter Strom

Wo eine Steckdose sitzt und wo nicht, ist in der Regel auch bereits im Bauplan festgelegt – das ist häufig bei Fertighäusern der Fall, denn hier ist die Position der Steckdosen und Schalter schon bei der Fertigung in der Fabrik festgelegt. Ob Änderungen möglich sind, solltet Ihr direkt bei den Anbietern abstimmen. Wer ein Stein-auf-Stein-Haus baut, hat nun die letzte gute Chance, noch die eine oder andere Steckdose mehr einzuplanen oder Netzwerkkabel zu verlegen. Hier können handwerklich Begabte auch noch selber Hand anlegen: Kabelkanäle vorbereiten und Kabel ziehen kann auch der Laie, aus versicherungsrechtlichen Gründen müssen sie aber vom Elektriker angeschlossen werden – dass lässt sich vielleicht auch bei einem Fertighaus mit dem eingesetzten Unternehmen oder dem Elektrobetrieb vor Ort ausmachen.

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Wer sich Gedanken über die Beschallung seines neuen Zuhauses macht, kann an dieser Stelle auch darüber nachdenken, das ein oder andere Lautsprecherkabel unter Putz zu verlegen, um später elegant Einbau- oder Wandlautsprecher mit den nötigen elektrischen Signalen zu versorgen.

Der Boden

Fliesen, Parkett, Vinyl, Laminat, Teppich oder Sichtbeton, erlaubt ist was gefällt – mit einigen Einschränkungen: Wer sich zum Beispiel für eine Fußbodenheizung entschieden hat, sollte darauf achten, dass der künftige Bodenbelag auch dafür geeignet ist. Zudem ist die Wahl des Bodens immer auch eine Frage des Komforts: Während für Badezimmer Fliesen am Boden am besten geeignet sind, weil sie kein Problem mit der anfallenden Feuchtigkeit haben, sind in anderen Räumen, in denen viel barfuß gelaufen wird – Schlaf- und Kinderzimmer – eher wärmere Beläge gefragt. Übrigens lassen sich unter Fliesen mit geringem Aufwand auch elektrische Fußbodenheizungen installieren – gepaart mit einer Zeitschaltuhr wird da das morgendliche Zähneputzen vor dem Waschbecken zum Vergnügen.

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Auch das Thema Langlebigkeit sollte bei der Wahl des Bodens eine Rolle spielen: Während sich Echtholzparkett meist mehrfach abschleifen lässt, haben die meisten anderen Böden eine klare Lebenserwartung, die zwar meist in Jahrzehnten gerechnet wird, trotzdem aber begrenzt ist. Nahezu unverwüstlich sind Fliesen – doch auch die können kaputtgehen, etwa wenn etwas Schweres darauf fällt. Es empfiehlt sich also durchaus, einige Fliesen mehr zu kaufen und einzulagern – denn die kann der Fliesenleger dann auch später im Fall des Falles austauschen. Kleiner Tipp: Wer zeitlose, wenig auffällige Dekore wählt, findet die mit Glück auch in einigen Jahren noch schön.

Wände

Je nach Baustil sind die Wände massiv oder in Rahmenbauweise konstruiert. Nun stellt sich die Frage, wie sie gestaltet werden wollen. Glatt verputzte und gestrichene Wände sehen toll aus, sind aber auch empfindlich. Wer sich dafür entscheidet, sollte unbedingt Eckschutzschienen an den Kanten einputzen lassen: Sie verhindern, das Staubsaugerkabel oder die Einkaufskiste gleichbleibende Spuren an Ecken und Kanten hinterlassen.

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Tapeten unterliegen genauso der Mode wie Kleidung oder Wandfarben. Trotzdem sind sie eine gute Wahl für alle, denen die pure Putzvariante nicht gefällt. Raufaser oder Vliestapeten, die später übergestrichen werden, schützen die Wände und verbergen kleinere Unebenheiten. Gemusterte Tapeten können schöne Akzente liefern. Etwas aus der Mode gekommen sind Vertäfelungen und gemauerte oder mit Riemchen verkleidete Wände. Im passenden Umfeld haben sie aber durchaus ihren Reiz.

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