Der Auftakt nach Corona lief nicht nur im Mindener Museum in kleinen Schritten. Geöffnet war nur an den letzten beiden Wochenenden im Mai, doch ab sofort ist von donnerstags bis sonntags in der Zeit von 12 bis 18 Uhr geöffnet. „Aber es gelten die aktuellen Beschränkungen in den Räumlichkeiten“, sagt Museumsleiter Philipp Koch. Spaß und Informationen gibt es dennoch reichlich und auch im Zeitalter der Maske macht es Freude, sich in der Ritterstraße 23 bis 33 über die Vergangenheit von Stadt und Region zu informieren. Auch im Mindener Domschatz geht es weiter. Dort herrschen ebenfalls die Abstands- und Hygienevorschriften und auch das Pilgerbüro Sigwardsweg nimmt wieder den Betrieb auf.

 

Museen öffnen wiederVirtueller Museumstag
Zum Internationalen Museumstag hat das Team um Philipp Koch beispielsweise ein neues digitales Programm entwickelt. „Stöbern Sie zwischen Kndervideos mit Pim, dem Pelikan und einem Beitrag über Empfehlungen zur Cholera im Minden des Jahres 1850“, schreibt das Mindener Museum in seinem Newsletter. Außerdem steigt die virtuelle Ausstellung „Objekte aus dem Alltag mit Corona“, die Informationen über die momentan veränderte Gesellschaft liefert.

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Foto: Jürgen Langenkämper

Rätsel für Kinder
Die Jüngsten spielen im Konzept des Mindener Museums eine große Rolle – und in der Ritterstraße gibt es immer wieder Angebote, den Kindern das Wissen um die Vergangenheit in Workshops, Projekten oder einzelnen Ausstellungen altersgerecht und anschaulich zu präsentieren. Bis zum Beginn der Sommerferien erscheint auf der Internetseite des Museums immer donnerstags ein Rätsel für Kinder ab sechs Jahren. Außerdem stellen die Mitarbeiter ihre jeweiliges Lieblingsobjekt aus der Dauerausstellung des Museums vor. Die Kleinen dürfen also gespannt sein, welche Favoriten dabei sind.

Museen öffnen wiederDauerausstellung im Aufbau
Das Museumsteam arbeitet zurzeit an einer neuen stadtgeschichtlichen Dauerausstellung. Erste Kapitel sind bereits aufgeschlagen. Einen Einstieg in Mindener Geschichte bietet das interaktive Stadtmodell „Festung Minden im Jahre 1873“ mit zahlreichen virtuellen Rundgängen. Im „Schaufenster zur Stadtgeschichte“ belegen 35 Objekte vom Faustkeil bis zum Handballpokal die spannende Geschichte menschlicher Zeugnisse vor Ort. In der „Diele 23“ erfährt man Spannendes zu den Sandsteinen der Region und zur Weserrenaissance. Hier und im Innenhof finden sich Architekturfragmente, Bauspolien und andere Zeugnisse dieser Zeit.
Ebenfalls in der Diele 23 wird die Geschichte des Mindener Biers erzählt. Seltene Goldgulden und Stuckornamente werden im „Erker-Kabinett“ präsentiert. Die Geschichte der Leihbibliothek Körber & Freytag, ihrer Familien und ihrer weit gereisten Möbel stehen im Mittelpunkt des „Freytag-Zimmers“. Die Geschichte der Nutzung des Feuers und der Bekämpfung von Feuersbrünsten und Hochwasser werden in der ehemaligen „Blaudruck-Werkstatt“ und der „Schneider-Werkstatt“ dargestellt. Weitere Sequenzen werden schrittweise folgen.

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Foto: Kerstin Rickert.

Dauerausstellung – Nächste Schritte
Zurzeit arbeitet man am nächsten Kapitel: Unter dem Titel „Fakten, Fiktionen, Forschungen“ wird es am Beispiel der „Schlacht von Minden 1759“ um die vielfältigen Aufgaben im Museum gehen. Welche Objekte haben sich warum erhalten? Wer schreibt eigentlich Geschichte? Und mit welchen Methoden werden heute neue Erkenntnisse aus alten Gegenständen gewonnen? Die Antworten auf diese und andere Fragen werden Sie voraussichtlich ab Anfang 2021 in den Dachgeschossen der Häuser 23 und 25 finden.

www.mindenermuseum.de

 

Museen öffnen wieder Mindener Domschatz wieder geöffnet
Inzwischen ist auch der Mindener Domschatz wieder für Besucher zu sehen – unter Beachtung strenger Hygieneregeln. So wird der Dombau-Verein auf der mehr als 300 Quadratmeter umfassenden Ausstellungsfläche bis auf Weiteres nur noch maximal 15 Besucher gleichzeitig zulassen. Außerdem wird auf den verschiedenen Ausstellungsebenen darauf hingewiesen, Mindestabstände zwischen den Gästen einzuhalten. Im Eingangsbereich der Domschatzkammer gibt es die Möglichkeit, die Hände zu desinfizieren.
Mit der Wiedereröffnung des Domschatzes geht auch das Pilgerbüro Sigwardsweg wieder in Betrieb. Der Domschatz Minden beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen christlicher Kunst in Deutschland. Die Exponate, die namhafte Historiker als „von europäischer Bedeutung“ bewerten, sind bis zu 1100 Jahre alt. Darunter der Petrischrein und das berühmte Mindener Kreuz.

www.domschatz-minden.de