…Ist es aber nicht – und ist das Gehör geschädigt, ist es oft schon zu spät. Der „Welttag des Hörens“ will für das Thema sensibilisieren.

Der diesjährige Welttag des Hörens steht unter dem Motto „Check your hearing“. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wirbt damit für
die Vorbeugung und frühzeitige Versorgung von Hörminderungen. Dabei wird sie in Deutschland von Hörakustikern, HNO-Ärzten und dem Bundesverband der Hörgeräte-Industrie (BVHI) unterstützt. Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, hat die Schirmherrschaft.

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Wie wichtig es ist, richtig hören zu können, merken viele Menschen erst dann, wenn es mit den Ohren nicht mehr so gut läuft. „Hm? Wie bitte?“ – zunehmend fällt es dem 45-Jährigen schwer, Gesprächen in großer Runde zu folgen. Kommen dann noch Nebengeräusche hinzu, versteht er nur noch die Hälfte. Irgendwie nuscheln alle. Auch beim Fernsehen ist ihm das schon aufgefallen. Das nervt, immer fragen oder das Gerät lauter stellen zu müssen. Und so beschränkt er das Nachfragen auf das Nötigste. Erst als sein bester Freund ihn anspricht, ob mit ihm etwas nicht in Ordnung sei, erzählt er ihm von seiner Hörschwäche.

Weniger oder nicht mehr so gut hören zu können ist übrigens keine Frage des Alters. Schon Säuglinge können betroffen sein, aber auch Heranwachsende, Mittel- und Best Ager. Dabei ist die Ursache für eine Hörschwäche vielseitig. Eine Erkrankung oder zu laute Musik in der Jugend kann genau wie das altersbedingte Nachlassen der Hörfähigkeit dazu führen, dass bestimmte Frequenzen einfach nicht mehr wahrgenommen werden. Dadurch ist das Hörverständnis enorm beeinflusst. Wörter und Sätze machen plötzlich keinen Sinn mehr. Während das Gehirn noch nach einer möglichen Deutung sucht, hat der Betroffene oft schon die Frage gestellt: „Wie bitte?“. Manchmal fällt ihm genau in diesem Moment ein, was das Nichtverstandene bedeutet hat. Das macht eine Unterhaltung zäh und ist alles andere als befriedigend.

Um festzustellen, wie es um das eigene Hören bestellt ist, empfiehlt sich der Besuch beim Hörgeräteakustiker. Hier wird erst einmal geprüft, ob überhaupt eine Beeinträchtigung vorliegt. Ein vor Ort durchgeführter Test, den übrigens viele Hörgeräteakustikern kostenlos anbieten, wird anschließend ausgewertet. Jetzt ist auf einen Blick erkennbar, was der Betroffene (noch) hören kann. Gegebenenfalls ist dann auch der Besuch beim Hals-Nasen-Ohrenarzt sinnvoll.

Wer erst einmal so lange wartet, bis er fast nichts mehr hört, gefährdet sich und andere. Hier sei besonders der Straßenverkehr erwähnt. Und Jugendliche, die gern und viel Musik hören sollten ruhig mal ein paar Einheiten runter drehen. Wer ein Konzert oder die Disco besucht, kann sich übrigens beim Hörgeräteakustiker eigens angepassten Lärmschutz in Form von Ohrstöpseln holen. Denn sind die Hörzellen erst einmal geschädigt, ist der Schaden nicht mehr reparabel.

Der Welttag des Hörens ist laut wikipedia.de „ein weltweiter Aktionstag, mit dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeinsam mit nationalen Partnern globale Aufmerksamkeit auf die Prävention und Versorgung von Hörminderungen und auf die Bedeutung des Gehörs lenken möchte.“ Hintergrund ist, dass etwa fünf Prozent der Weltbevölkerung, das sind rund 360 Millionen Menschen, hochgradig hörgemindert und dadurch behindert sind. Dies betrifft allein ein Drittel der über 65-Jährigen, aber auch 32 Millionen Kinder. Gemäß den WHO-Kriterien liegt die Prävalenz von Schwerhörigkeit in Deutschland bei 16 Prozent. Dies würde bedeuten, dass etwa 12,9 Millionen. Menschen in Deutschland schwerhörig sind. Für den Welttag 2019 hat die WHO laut wikipedia.de die Veröffentlichung einer Mobile App angekündigt, mit welcher einfache Hörtests auf Smartphones durchgeführt werden können.

www.welttag-des-hoerens.de