Der 15 Monate alte Junge kam als Frühchen zur Welt und muss sich einer Helmtherapie unterziehen. Seiner Familie fehlt das Geld. Die Andreas-Gärtner-Stiftung finanziert die Behandlung mit 1.800 Euro.

Jad ist ein fröhlicher Junge. Er spielt gerne mit seinen Kuscheltieren, lacht oft und freut sich über jeden, der mit ihm die Zeit verbringt. Vor 15 Monaten kam er schon in der 23. Schwangerschaftswoche auf die Welt und in seinem bisherigen Leben musste der Kleine schon einiges durchmachen. Jad leidet unter der Krankheit Trisomie 21 und weil diese auch mit einer Muskelschwäche verbunden ist, liegt er viel auf dem Rücken. Dadurch bekam er einen flachen Hinterkopf und die Ärzte rieten zu einer sogenannten Helmtherapie, die nach Auskunft seiner Eltern allerdings nicht von der Krankenkasse bezahlt wird.

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Alleine hätte die fünfköpfige Familie, die vor drei Jahren aus Syrien floh und in Minden ein neues Zuhause fand, die Kosten nicht stemmen können. „Wir waren verzweifelt“, sagt seine Mutter gegenüber news – Das Magazin. Doch Jad hatte Glück. Über die „Frühen Hilfen“ konnte Kontakt zur Andreas-Gärtner-stiftung aufgenommen werden, die sich seit 1993 für Menschen mit geistigen Behinderungen und ihre Familien einsetzt. Sie verfolgt das Ziel, Betroffene im Alltag zu unterstützen. Und das vor allem unbürokratisch und schnell. Und so landete ein entsprechendes Schreiben im Postkasten der Stiftung.
„Das ging ruckzuck“, sagt Angelika Conrads von den „Frühen Hilfen Minden“, die sich dafür einsetzen, Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern und Eltern in Familie und Gesellschaft frühzeitig und nachhaltig zu verbessern. Sie hält schon seit längerer Zeit den Kontakt zu Jads Familie und hilft bei der Bewältigung des Alltags. 1.800 Euro zahlte die Andreas-Gärtner-Stiftung, damit das Geld für den weißen Therapiehelm gezahlt werden konnte. 23 Stunden am Tag muss Jad ihn tragen, damit seine Kopfform entsprechend behandelt wird.
„Das dauert etwa anderthalb Jahre“, sagt Angelika Conrads. Demnach könnte die Behandlung zum Jahresende abgeschlossen sein. Etwa alle zwei Monate müssen Jad und seine Eltern nach Hannover fahren, um dort mit den Medizinern die Fortschritte zu verfolgen. Weiterhin bekommt der kleine Junge Physiotherapie und Heilpädagogik. „Er hat sich an den Helm schnell gewöhnt“, sagt sie. Es sei deutlich zu sehen, dass Jad seither eine positive Entwicklung gemacht hat. Und während sie das erzählt, krabbelt Jad fröhlich auf dem Wohnzimmerteppich seiner Eltern herum. Nicht mehr lange dauert es, bis er laufen kann, seine ersten Worte spricht und trotz seiner Erbkrankheit Trisomie 21 und den damit verbundenen Folgen ein unbeschwertes Leben führt.