Ob glatt verputzte Wand, Tapete oder Rigips – viele Wege führen zu schönen Wänden und Decken. Doch nicht jeder Weg ist für jedes Haus und jede Wohnung das Richtige. Und auf die inneren Werte kommt es ja auch an. Das Thema Innenausbau hat viele Facetten.

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InnenausbauUnten:
Fangen wir am Boden an: Wer den alten Boden nicht selbst verlegt hat, ist vor Überaschungen nicht gefeit. Oft findet sich unter altem Teppich oder PVC ein alter Schatz aus Holz, der nur noch freigelegt werden muss – und manchmal lohnt die Mühe nicht. Wer sich mit einem Boden beschäftigt, sollte zunächst an einer möglichst unauffälligen Ecke unter den alten Belag schauen. Wer dann unschlüssig ist, ob der alte Boden noch zu retten ist, kann mit Schleifgerät und Schaber erstmal selbst Hand anlegen oder einen Fachmann fragen. Generell gilt: Ist der Kleber auf dem alten Untergrund zurück, sollte man gut überlegen, ob man sich oder dem Handwerker – und damit dem eigenen Portmonee – eine Schleifaktion antuen möchte. Vielleicht lohnt es dann eher, den alten Boden komplett zu entfernen und komplett neu aufzubauen. Oder man lässt den Untergrund unberührt und legt neuen Boden darüber. Generell lohnt ein Blick auf die Zimmertüren: Die müssen nämlich ebenfalls zur Höhe des Bodens passen, wenn sie bleiben sollen – doch dazu später mehr.

InnenausbauWer die Wahl hat…
Bodenbeläge gibt es viele: Etwas aus der Mode gekommen ist Teppich – für Kinderzimmer oder Schlafzimmer ist er aber immer noch keine schlechte Wahl, weil er nicht so fußkalt ist wie Laminat oder Parkett. Auch wer in einer Wohnung wohnt, sollte den weichen Bodenbelag nicht gleich ausschließen: Er schluckt Geräusche und hilft, eine gute Beziehung zu den Menschen in der Wohnung unten drunter beizubehalten. Wer bei Vinylboden an das alte Plastikmaterial von früher denkt, ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Neben schicker Meterware von der Rolle gibt es heute Beläge, die ähnlich wie Laminat verlegt werden in unterschiedlichen Dekoren, die perfekt Stein- oder Fliesenoberflächen imitieren oder wie Holz wirken. Dabei sind sie robuster als manches Laminat. Verlegen kann sie – genau wie Laminat – jeder handwerklich geschickte Mensch, der entsprechendes Werkzeug zur Verfügung hat. Schwieriger ist das bei Parkett oder Dielenboden: Die besonderen Anforderungen an den Untergrund und auch an die Verlegetechnik ist nur etwas für wirklich versierte Handwerker. Anders als die anderen Materialien dehnt sich Echtholz aus und ist Feuchtigkeitsempfindlich.

InnenausbauMitte:
Schöne Wände lassen einen Raum gleich wertiger aussehen. Doch bevor es an die Wand selber geht, sollte ihr Innenleben genauer betrachtet werden: Nichts ist ärgerlicher, als eine freisch sanierte Wand aufzureißen, weil die Elektrik in ihrem Inneren nicht mehr zeitgemäß ist. Es lohnt also, vorab zu prüfen, ob es die ein oder andere Steckdose mehr im Raum geben soll, ob Lichtschalter erneuert werden sollen oder vielleicht sogar neue Leitungen verlegt werden sollen. Ist das geklärt, kann es an die Wandgestaltung gehen. Generell sollte immer bedacht werden, dass glatt gespachtelte Wände oder glatte Rigipswände bei der Sanierung eine Menge Staub mit sich bringen, da sie abgeschliffen werden müssen. Mit etwas Übung kann das ein Heimwerker – ein versierter Trockenbauer kommt jedoch mit deutlich weniger Arbeitsschritten und damit Schleifstaub aus. Soll eine Rigipswand anschließend nur gestrichen werden, sollte sie unbedingt vorher mit Tiefgrund behandelt werden. Auch bei schlecht haftendem Putz oder Altanstrich empfiehlt sich dieser Schritt. Durch den Tiefgrund werden alte Untergründe verfestigt und stark saugende Untergründe wie Rigipsplatten gesättigt. Das Ergebnis: Es wird weniger Farbe benötigt und sie haftet besser. Apropos Farbe: Wer sagt denn, das Räume immer weiß sein müssen? Mit einzelnen farbigen Wänden oder Flächen lassen sich spanende Akzente setzen. Generell gilt: Dunkle Farben lassen Räume kleiner wirken, helle Farben größer. Wer tapezieren möchte, hat die Wahl zwischen schicken Mustern, Raufaser oder Vliestapeten, die den Look einer perfekt gespachtelten Wand gut nachahmen. Während sich mit gemusterten Tapeten von Vintage bis modern ganz besondere Akzente setzen lassen, dienen Vlies- oder Rauhfasertapeten in der Regel als Untergrund für Farbe.

Oben:
Was an der Wand geht, geht in der Regel auch an der Decke: Oft werden Decken aber auch abgehängt, zum Beispiel um unebene Betonstrukturen zu verdecken oder weil es sich um Holzdecken handelt. Das geschieht meist ebenfalls mit Rigipsplatten. Der Vorteil: Hier können leicht Spots eingebaut werden, die Kabel können dann verdeckt über den Platten verlaufen. Etwas aus der Mode gekommen sind Deckenpaneele: Die gibt es aus Holz und Kunststoff und haben den Vorteil, dass sie deutlich leichter zu verbauen sind, als Rigipsplatten.