Im Oktober ist es an der Zeit, den Garten auf den Winter vorzubereiten. Ein langer und heißer Sommer liegt hinter ihm. Jetzt legt er sich zur Ruhe, aber die Vorbereitungen für das kommende Frühjahr beginnen bereits. // Von Jan Henning Rogge

Wenn die Tage wieder kürzer werden, ist es wieder Zeit für Strickjacke und Kuscheldecke, Tee und Kakao und ein behagliches Plätzchen im Sessel am Fenster. Aber Vorsicht: Wenn dann der Blick auf den noch sommerlichen Garten fällt, ist es mit Ruhe und Behaglichkeit schnell vorbei! Da ist es doch besser, vorher den Garten winterfit zu machen. Viel ist schon getan, wenn das Sommeroutfit zur Seite geräumt wird. Zwar müssen Tisch und Stühle noch nicht ganz verschwinden – vielleicht gibt es ja noch einen goldenen Oktober – das Sonnensegel, Kerzen und Gartenfackeln werden an den kühler werdenden Abenden aber wohl kaum noch zum Einsatz kommen.

Wohin mit den Gartenmöbeln?

Stühle und Tische mögen es gerne trocken, am besten im Keller oder Schuppen. Fehlt eine solche Unterstellmöglichkeit, sollte es mindestens eine Plane sein, die das Mobiliar schützt. Auch der Grill freut sich über ein bisschen Liebe und Zuneigung: Ein trockenes Plätzchen und ein eingefettetes Grillrost zahlen sich spätestens im Frühling aus.

Bei der Gelegenheit lohnt sich auch ein Blick in die Blumenkübel rund ums Haus: Die meisten Blühpflanzen haben inzwischen wohl das Zeitliche gesegnet. Heide oder Gräser haben eine Chance, selbst im Winter noch einigermaßen schmuck auszusehen. Manche Kübelpflanzen können aber auch überwintern. Das geht am besten an einem kühlen und dunklen Ort wie dem Keller. Zu große oder zu schwere Pflanzen können auch eingepackt werden – im Fachhandel gibt es spezielle Vliese, Folien oder spezielle Matten dafür. Damit es keine kalten Füße gibt, macht es Sinn, Styropor oder eine Kokosmatte unter dem Topf zu platzieren.
Auch manche Stauden- oder Zwiebelpflanzen sind nicht frostsicher und müssen vor dem ersten Frost ausgegraben werden. Sie überwintern am besten in einer mit Erde gefüllten Kiste an einem frostfreien Ort. Frostsichere Stauden können einfach zurückgeschnitten werden.

Wintergärten

Manche Wintergärten können ganzjährig genutzt werden, manche jedoch nur in den Sommermonaten. Sollte dieser Raum in den kommenden Wochen nicht genutzt werden, empfiehlt sich eine gründliche Reinigung. Spinnweben und Stzaub setzen sich vor allem in den warmen Wochen des Jahres ab. Es emphiehlt sich, Mobiliar abzudecken, um es vor den Sonnenstrahlen zu schützen. Ein Tipp: Der Wintergarten ist ein prima Ort für Pflanzen, um in ihm zu überwintern.

Pflege für den Rasen

Einen frischen Schnitt kann auch das Gras vertragen. Vier bis fünf Zentimeter, kürzer sollten die Halme aber nicht werden. So bietet der Rasen auf der einen Seite wenig Licht für nachwachsendes Unkraut, andererseits genug Stabilität, um bei Belastungen bei Frost nicht gleich einzuknicken. Wer es perfekt machen will, lässt vor der Winterpause auch noch den Vertikutierer sprechen: So wird Moos und Unkraut der Kampf angesagt, gleichzeitig bekommt der Rasen mehr Luft zum Atmen. Nach dem vertikultieren kann es vorteilhaft sein, Rasensamen auszubringen. Wer viel Moos im Rasen hatte, kann mit Kalk aus dem Baumarkt gegen sauren Boden angehen. Laub auf dem Rasen sollte vermieden werden: Unter einer geschlossenen Laubdecke stirbt das Grünzeug langsam ab. Die einfachste Methode, Laub von der Wiese zu entfernen ist bei trockenem Wetter übrigens der Rasenmäher.

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Im Beet hingegen kann das Laub ruhig liegen bleiben oder sogar verteilt werden. Die Blätterdecke ist ein guter Kälteschutz für zarte Wurzeln unterhalb der Oberfläche und eine gute Isolierschicht, wenn es doch mal wieder schneit. In der Dachrinne hat Laub hingegen nichts verloren: Mit speziellen Gittern lassen sich die Rinnen vor dem Herbstlaub schützen. Sind die Blätter erstmal in der Rinne, hilft nur Handarbeit. Doch die ist nötig: Eine verstopfte Rinne sorgt schnell für größere Schäden.

Sträucher und Obstbäume

Nun steht auch der Beschnitt von Sträuchern, Obstbäumen und anderen Bäumen: Auch wenn es nicht nachvollziehbar erscheint: Die Pflanzen bekommen dadurch mehr Kraft für den Austrieb im Frühjahr. Weg sollten alle abgestorbenen, kranken und sich überschneidenden Äste, sowie die, die zu lang geworden sind. Auch Hecken oder mit Rankpflanzen wie Efeu oder Wein bewachsene Wände oder Gerüste können einen Rückschnitt nun gut gebrauchen – besonders Kletterpflanzen sollten regelmäßig geschnitten werden, um Schäden zum Beispiel an Gebäuden zu vermeiden.

Gartengeräte

Und selbstverständlich gehört es sich auch, die Gartengeräte für den Winter vorzubereiten. Bis März werden sie in allre Regel nicht benötigt – eine verhältnismäßig lange Zeit, in der Spaten, Harke und Co. durchaus leiden können. Die Geräte sollten gesäubern und eingefettet im Gartenhaus überwintern. Rasenmäher und andere benzingetriebene sollten gereinigt und ohne Treibstoff den Winter verbringen. Wer das beherzigt, erlebt im Frühjahr 2019 zumindest aus Sicht des Gartens keine böse Überraschung.

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