Als Ende der 1970er Jahre die ersten Fitnessstudios in Deutschland öffneten, galten sie als „Muckibuden“. Das ist Schnee von gestern. Heute dienen sie vor allem der Gesundheitsförderung und dem Wohlbefinden. // Von Carsten Korfesmeyer

Zeiten ändern sich. Die Ansichten reifen und es setzen sich Erkenntnisse durch, die Blicke auf gewisse Dinge für immer verändern. Auf viele Dinge trifft das zu – auch auf Fitnessstudios. Galten sie vor etwa drei Jahrzehnten noch als Treffpunkte von Kraftprotzen, finden sich heute Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft in ihnen wieder. Ihre Motivation ist die eigene Gesundheit. Sie zu fördern, sich innerlich wohl zu fühlen und das Leben zu genießen sind die Gründe, warum es Leute im 21. Jahrhundert in die Fitnessstudios zieht. Die sportliche Figur ist nur noch ein Nebeneffekt.

Das hat auch etwas mit einem Wandel in der Gesellschaft zu tun. Heute dominieren Schönheitsideale nicht mehr so intensiv wie beispielsweise in den 1980er Jahren. Es hat sich herumgesprochen, dass sich nicht jeder eine Figur wie Arnold Schwarzenegger antrainieren kann – oder will. Conan der Barbar war und ist nicht jedermanns Sache. Hauptsache fit und gesund lautet die Devise. Die Studios haben darauf längst reagiert. Ausgebildete Trainer oder Physiotherapeuten haben ein Auge darauf, dass richtig und vernünftig trainiert wird. Das eröffnet den Zugang für alle Teile unserer Gesellschaft. Das Alter ist egal und ein Einstieg jederzeit möglich. Und für viele Menschen sind Fitnessstudios auch Orte, um Menschen zu begegnen.

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Individuell ausgearbeitete Trainingspläne sind in den gehobenen Studios längst selbstverständlich. Die Sportler werden mit den Geräten vertraut gemacht und über allem schwebt die Philosophie, es nicht zu übertreiben. Die Effekte treten erst allmählich ein, dafür stärken sie das Wohlgefühl. Das Klientel reicht vom Sportfreak bis zur Couchpotatoe – und sogar Menschen mit Erkrankungen wird geraten, Sport zu treiben. „Auch ein krankes Herz braucht Training“, sagte einst ein Mediziner. Menschen, die unter verschiedendsten Beschwerden leiden, können im Fitnessstudio eine Linderung erleben. Erfolge sind zu verzeichnen, aber nicht garantiert und: Bevor man das Training beginnt, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Trainiert wird an Geräten, die teilweise computerunterstützt arbeiten und den aktuellen Fitnessgrad aufzeichnen. Ergometer, Rudergeräte, Laufbänder oder Crosstrainer stehen ebenso zur Verfügung wie die klassischen Hanteln. Sauna- und Wellnessbereiche sind häufig an die Fitnessstudios angeschlossen – und megabeliebt sind die Kurse. Davon gibt es inzwischen unzählige Angebote, die sich in aller Regel gezielt auf eine Körperregion oder einen Trainingseffekt beziehen. „Bauch-Beine-Po“ spricht in dieser Hinsicht für sich, bei „Body Pump“ geht es um Kondition und Fettverbrennung bei schneller Musik. Das weiß nicht jeder sofort.

Wer im Internet nach Kursangeboten schaut, stößt auf jede Menge. Auf „Aqua Power“, das der Ausdauer dient und im Wasser trainiert wird, auf „Feldenkrais“ mit dem Ziel, Haltungsschäden zu verhindern. Oder auf Pilates, das eine ein Mix aus Kampfsport, Yoga und Gymnastik ist. Weiter gibt es klassische Rückengymnastik, Zumba, Qigong, Tai Chi und jede Menge mehr. Sicher ist, dass gerade in der heutigen Zeit unter Garantie für jeden etwas dabei ist. Und dass alles eine Frage des persönlichen Geschmacks und dr individuellen Leistungskraft ist, dürfen ebenfalls nicht vergessen werrden. Fachliche Infos und weitere Auskünfte sollten deshalb direkt vor Ort bei den Fitnessstudios eingeholt werden. Das wichtigste aber ist, den Inneren Schweinehund zu überlisten. Das geht prinzipiell ganz leicht: Den ersten Schritt machen. Danach geht es sich leichter.

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