Büchertipps für den FebruarZu viele Geheimnisse
Kriminalinspektor Johan Rokka, der erfolgreich in Stockholm gearbeitet hat, kehrt in seinen kleinen Heimatort Hudiksvall in Nordschweden zurück. Er will sich endlich seiner Vergangenheit stellen und herausfinden, was vor zwanzig Jahren mit seiner damaligen großen Liebe Fanny geschehen ist, die plötzlich spurlos verschwunden war. Doch dazu kommt er gar nicht. Denn schon am Heiligabend muss er frühzeitig die Ermittlungen in einem besonders grausamen Mordfall übernehmen. Eine Frau hatte in Erwartung ihres als Weihnachtmann verkleideten Ehemanns die Tür geöffnet und war vor den Augen ihrer Kinder regelrecht hingerichtet worden. Das Brisante: sie war die Frau des berühmten Fußballspielers Mans Sandin, ein ehemaliger Freund Rokkas. Aber auch einige Verdächtige gehören zu seinen ehemaligen Freunden. Ist es für ihn also eher ein Vorteil, aus der Gegend zu stammen? Oder macht das alles nur noch schwerer? Die Spuren sind verwirrend, gleich mehrere Menschen scheinen Geheimnisse zu hüten, die für die Ermittlungen wichtig wären. Offenbar auch Rokkas neue, ehrgeizige Kollegin Janna Weissmann. Wem kann Rokka überhaupt noch vertrauen? Ein spannender Erstling der schwedischen Autorin, der auf Folgebände hoffen lässt. Cornelia Hoppe
„Der Schmetterling“ von Gabriella Ullberg Westin, HarperCollins Hamburg, 380 Seiten, 14,99

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Büchertipp für den FebruarTraumhafte Kanutouren in Deutschland
Wem es bisher noch nicht bewusst war: die Zahl und Vielfalt der Wasserwege in Deutschland ist riesengroß. Das wird jedem schon beim ersten Durchblättern dieses Bildbandes deutlich. Schon dieses Durchblättern und Entdecken ist ein Vergnügen. Vom Wasser aus und dann noch gemächlich mit dem Kanu diese Wasserwege zu erkunden, muss traumhaft sein. Fünfzig der schönsten Kanustrecken stellt der begeisterte Kanuwanderer und Fotograf Michael Hennemann hier vor. Darunter stille Flüsse, große Ströme, historische Kanäle und weitverzweigte Seenlandschaften. Neben bekannten Touren wie Alster, Weser, Lahn, Mecklenburgische Seenplatte finden sich auch Geheimtipps. Es gibt Tagestouren und Urlaubstouren, Touren für Anfänger und für erfahrene Paddler, für Alleinreisende und Familien mit Kindern. Jede Tour wird detailliert beschrieben, mit Länge, Schwierigkeitsgrad, Übernachtungsmöglichkeiten, Kanuverleihstationen, Befahrregeln usw. Die wunderbaren Fotos machen Lust, selbst mal so eine Tour zu machen. Cornelia Hoppe
„Deutschland zu Fluss“ von Michael Hennemann, Bruckmann Verlag München, 167 Seiten, 29,99 Euro

Büchertipp für den FebruarFünfzigstes Jubiläum eines legendären Festivals
Es wird auch „Die Mutter aller Musikfestivals“ genannt – das spektakuläre Open-Air-Festival, das vor 50 Jahren, vom 15.-17. August 1969, in Woodstock auf dem Gelände einer Farm stattfand. Legendär wegen der vielen Auftritte außergewöhnlicher Musiker, der Vielzahl von Konzerten von Bands und Solokünstlern, legendär wegen der über 400.000 Besucher an den drei Tagen, aber auch wegen der riesigen Verluste, der gewaltigen Schlammwüste und der chaotischen Verkehrsverhältnisse drum herum. Dieser opulente Text-Bildband berichtet chronologisch über alle Konzerte. Vom Eröffnungskonzert um genau 17:05 Uhr von Richie Havens, der nach 40 Minuten noch nicht wie geplant die Bühne verlassen konnte, weil alle übrigen Bands wie rund 250.000 weitere Menschen im Stau feststecken, bis zum krönenden Abschluss mit Jimi Hendrix. Alle gespielten Songs, alle beteiligten Musiker werden vorgestellt und viele faszinierende Blicke hinter die Kulissen gewährt. Die Vielzahl außergewöhnlicher Fotos des Festivals fesseln beim Durchblättern und laden zum Studieren der kurzen, informativen Texte ein. Ein ganz besonderer Bildband, nicht nur für Woodstock-Anhänger und Musikfreaks. Cornelia Hoppe
„Woodstock“ von Julien Bitoun, Delius Klasing Verlag Bielefeld, 233 Seiten, 39,00 Euro

Büchertipp für den FebruarKunstvolle Karten selbst gestalten
Schöne Karten kann man ja eigentlich trotz Facebook, WhatsApp und Instagram immer noch bei vielen Gelegenheiten gebrauchen, für besondere Grüße, als Geschenkkarte, als Gutschein. Umso schöner und persönlicher, wenn sie selbst hergestellt worden sind. Die Autorin, die englische Designerin und Künstlerin Sarah Hamilton, hat in diesem Buch neun ihrer Künstlerkolleginnen versammelt, die sich alle mit dem Gestalten von Gruß-und Postkarten beschäftigen. Jede dieser Künstlerinnen hat eine der vorgestellten Karten hergestellt und jede hat dabei eine andere Technik verwandt: Siebdruck, Linolschnitt, Fadengrafik, Foliendruck, Collage, Decoupage, Scherenschnitt, Letterpress, Mixed-Media-Art bis zur Digitalen Illustration. Eine spannende und abwechslungsreiche Zusammenstellung. Manche Techniken sind sicherlich nicht ganz so einfach, weil sie spezielle Materialien erfordern. Aber viele Ideen sind auch leichter umzusetzen, Schritt-für-Schritt-Beschreibungen und detaillierte Fotos helfen dabei. Auf jeden Fall finden sich in diesem Bändchen eine Fülle von Anregungen, Tipps und Tricks für alle, die gerne kreativ sind und individuell etwas gestalten und vielleicht einfach mal auch eine andere Technik ausprobieren möchten. Cornelia Hoppe
„Kartenwerkstatt“ von Sarah Hamilton, Haupt Verlag Bern, 128 Seiten, 24,90 Euro