Büchertipp im AprilMillionenschweres DDR-Vermögen
Die junge Hamburger Anwältin Katharina Tenzer, Partnerin in einer renommierten Anwaltskanzlei, erhält eine etwas sonderbares Mandat: Bernhard Fillinger, gegen den in Deutschland ein Haftbefehlt wegen Steuerhinterziehung von ca. acht Millionen Euro vorliegt, möchte sich von ihr vertreten lassen. Er lebt in Costa Rica, ist unheilbar krank, möchte sich in Hamburg behandeln lassen und dazu einen Deal mit der Staatsanwaltschaft schließen. Er wird ein Geständnis ablegen, die Steuerschuld begleichen und als Bonbon Beweise vorlegen, wie und wohin kurz vor der Wiedervereinigung rund Hundert Millionen DM des früheren Partei- und Staatsvermögens der DDR verschoben wurden. Brisant. Die junge Anwältin fragt sich zwar, warum gerade sie für diesen Auftrag ausgewählt wurde, nimmt ihn aber an. Doch unmittelbar nach seiner Ankunft am Flughafen, wird ihr Mandant ermordet. Zurück bleibt sein zehnjähriger Sohn, der mit ihm nach Deutschland gekommen war. Kurzerhand nimmt sich Katharina des Jungen an und macht sich mit ihm auf den Weg in die Schweiz, wohin erste Spuren zur Klärung des Verbrechens führen. Schnell finden sich wichtige Puzzle-Teile. Doch Katharine merkt auch, dass diese Recherchen auch sie und den Jungen in Lebensgefahr bringen. Zumal es offensichtlich bei der Polizei einen Verräter gibt. Wem kann sie noch trauen? Ein spannender Thriller mit einer sympathischen Protagonistin, geschrieben von einem Insider. Aus der Hand legen vor der letzten Seite fällt schwer. Cornelia Hoppe
„Fillingers Erbe“ von Olaf R. Dahlmann, GRAFIT Verlag Dortmund, 315 Seiten, 12,00 Euro

Anzeige

 

Büchertipp im AprilFreude am Garten
Endlich Frühling! Die Vorfreude auf den Garten ist riesengroß. Doch schnell kommt bei Gartenbesitzern mit wenig Zeit auch die Sorge auf, schaffe ich alles, was im Garten an Arbeit anfällt? Die Autorin, Agrarwissenschaftlerin, Landschaftsökologin und Fachjournalistin, kennt diese Sorgen aus eigener Erfahrung und hat Strategien entwickelt, wie man trotz Zeitmangels Spaß und Freude am eigenen Garten haben kann, egal, ob er riesengroß oder ganz klein ist. Sie gibt eine Fülle von ganz konkreten Tipps, wie man den Zeitaufwand für den Garten reduzieren kann. Sie zeigt auf, welche Gartenformen besonders viel Arbeit erfordern und welche weniger zeitaufwendige Alternativen es gibt. Wieviel Zeit eingespart werden kann durch geschickte Pflanzenauswahl und Gestaltung des Gartens, durch hilfreiche Materialien und technische Hilfsmittel, durch eine Beschränkung auf das Wesentliche und Verzicht auf Perfektion. Sie stellt eine Vielzahl von passenden Pflanzen vor, geht mögliche Probleme an und warnt vor Zeitfressern. Ein Buch, das von der enormen Sachkenntnis und Erfahrung der Autorin profitiert, das man immer wieder gerne zur Hand nimmt und in dem man immer wieder tolle Ideen entdecken kann. Cornelia Hoppe
„Viel Garten, wenig Zeit“ von Brunhilde Bross-Burkhardt, Haupt-Verlag Bern, 192 Seiten, 26,00 Euro

Büchertipp im AprilSchluss mit dem Haushaltschaos
Auch im Haushalt ist fehlende Zeit immer wieder ein Problem. Und es gibt so viel schönere Dinge als aufzuräumen und zu putzen. Aber im Chaos versinken möchte auch niemand und Freunde möchte man ja auch noch ganz gerne hereinlassen können. Also sich jedes Wochenende mit einem ätzenden Putzmarathon verderben? Becky Rapinchuk hat so lange experimentiert, bis sie eine optimale Methode für ein sauberes, organisiertes Zuhause gefunden hat. Ganz gleich, ob als Single mit kleiner Wohnung oder im Landhaus mit mehreren Kindern, Tieren und Berufstätigkeit. Ihre Idee: die 10-Minuten-Methode. Jeden Tag ein bisschen Zeit investieren, dabei konzentriert, gut durchdacht und planvoll arbeiten, Putzroutinen entwickeln und damit eine Menge Zeit und Lebensqualität gewinnen. Checklisten für Tages-, Wochen-, Monatsaufgaben helfen beim Organisieren, zahllose erprobte Tipps und Ideen erleichtern die praktische Umsetzung. Was ist besonders wesentlich und muss möglichst jeden Tag, was einmal pro Woche erledigt werden, wie geht man an schwierige Ecken heran, was ist für die einzelnen Räume zu bedenken. Sicher sind nicht alle Erkenntnisse neu, aber es ist ausgesprochen hilfreich, sie so komprimiert noch einmal vor Augen zu haben. Es gibt inzwischen eine Reihe von ähnlichen Büchern, das Thema ist sehr angesagt. Aber diese Methode scheint mir auch bei wenig Zeit und Lust gut umsetzbar zu sein. Ein Test kann ja nicht schaden. Cornelia Hoppe
„Simply Clean“ von Becky Rapinchuk, Unimedica-Verlag Kandern, 279 Seiten, 19,80 Euro

Büchertipp im AprilWandern auf den Spuren von Wilhelm Busch
Gewandert sind der Schriftsteller Gerhard Henschel und der Journalist und Fotograf Gerhard Kromschröder, wie sie selber sagen „alte Fans“ von Wilhelm Busch, die „Lust dazu haben, durch die Lande zu ziehen“. Sie sind in vierzehn Tagesetappen auf den Lebensspuren Wilhelm Buschs gewandert, rund 300 Kilometer weit. Von seinem Geburtsort Wiedensahl aus über Hameln, südöstlich durchs Weserbergland nach Lüthorst, wo Busch viele seiner Jugendjahre verbracht hat. Von dort nach Ebergötzen bei Göttingen, dem Standort der Max-und-Moritz-Mühle. Dann in nördlicher Richtung über Hattorf – wohin Busch oft mit seinem Jugendfreund gewandert ist – nach Mechtshausen bei Seesen im Harz, wo Busch seine letzten Jahre gelebt hatte. Entstanden ist so ein sehr persönliches Wandertagebuch, ironisch, unterhaltsam und informativ, über Land und Leute, Aktuelles und Geschichtliches, gespickt mit Zitaten Wilhelm Buschs´. In den zahlreichen Fotos von Menschen, Tieren, Landschaften und Gebäuden finden sich viele originelle Details am Rande der Wegstrecke. Ein herrlicher Bildband für Wilhelm-Busch-Fans und Wanderfreunde. Es lädt ein zum Blättern, Lesen und Schmunzeln und macht Lust, die vorgestellten Strecken selbst zu erkunden. Cornelia Hoppe
„Laubengänge“ von Gerhard Henschel und Gerhard Kromschröder, Edition Temmen Bremen, 223 Seiten, 24,90 Euro