Eine Welt ohne Farben
Arthur arbeitet in der Buntstiftfabrik Gaston Cluzel. Als diese in Konkurs geht und abgewickelt werden soll, sollen noch die letzten Buntstifte hergestellt werden, solange der Vorrat an Material reicht. Arthur mischt alle noch vorhandenen Pigmente in die letzten Farbmischungen, ein Vielfaches von der normalen Menge. Doch mit dem letzten Pigment verschwindet jegliche Farbe in der Welt. Alles ist nur noch grau in grau. Ein Desaster für die Menschen, die bis dahin gar nicht wahrgenommen hatten, wie lebenswichtig Farben sind. Arthur verfällt mehr und mehr in Depressionen und kehrt sich immer mehr dem Alkohol zu. Er hält sich für absolut nutzlos und unfähig. Doch dann bemerkt er, dass das zauberhafte Kind seiner blinden, von ihm angebeteten Nachbarin, mit einem der letzten Buntstifte aus der Fabrik, den er ihr geschenkt hat, die Farbe Rosa wiedererschafft. Kann das auch mit den übrigen Farben gelingen? Und wo finden sich die rettenden Buntstifte, denn nachdem alle Stifte grau geworden waren, wurden alle Reste vernichtet. Arthur mobilisiert all seine verbliebenen Kräfte und findet überraschende Unterstützung. Ein zauberhaftes Roman-Debüt des französischen Farbdesigners Jean-Gabriel Causse für triste Herbsttage – über Farben, Freundschaft und Liebe. Cornelia Hoppe
„Arthur und die Farben des Lebens“ von Jean-Gabriel Causse, C. Bertelsmann Verlag München, 285 Seiten, 20,00 Euro

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Partnerschaftliche Beziehung zwischen Mensch und Pferd
Gerade wieder habe ich schreckliche Bilder von Deutschlands einzigem internationalen Pferdesport-Turnier gesehen, bei denen ich mich zornig frage, ob einigen Reitern eigentlich klar ist, dass sie es mit fühlenden Lebewesen zu tun haben und nicht einem leblosen Sportgerät, das man wegschmeißt, wenn es zerbricht. Zum Glück geht es auch anders und immer mehr Reiter*innen erkennen und schätzen das. Mehr Verständnis für Reitpferde möchte auch die Verhaltensbiologin Marlitt Wendt mit ihrem neuesten Buch schaffen. Darin erklärt sie sehr fundiert Emotionen des Pferdes, Ausdrucksverhalten, Körpersprache, Signale des Pferdes bei Bodenarbeit und Reiten und wie Stress, Schmerzen, Angst erkannt und verstanden werden können. Und sie gibt Anleitungen, was Reiter*innen tun können, um mit ihren Pferden Entspannung, Gelassenheit und Zufriedenheit zu erreichen. Eine Vielzahl von Fotos veranschaulicht die Informationen. Eine Idee, die mir ganz besonders gefällt: Pluspunkte bei Prüfungen und Turnieren für Reiter*innen, deren Pferde bei den Übungen Wohlbefinden zeigen und besonders freudig und aktiv bei der Sache sind. Ein Buch für alle, die ihre Pferde besser verstehen wollen. Cornelia Hoppe
„Was fühlt das Reitpferd?“ von Marlitt Wendt, Franck-Kosmos Verlag Stuttgart, 158 Seiten, 26,99 Euro

Im Visier eines Serienmörders
Auf der Rückfahrt von einem besonders unangenehmen Interview macht die Journalistin Nora Sand, die in London für eine dänische Wochenzeitung arbeitet, eine kurze Erholungs-Pause in einer kleinen Fischersiedlung an der englischen Nordseeküste. Dort entdeckt sie in einem etwas heruntergekommenen Antiquitätenladen einen zerschlissenen Lederkoffer, der perfekt zu ihrer Sammlung passt und kauft ihn, obwohl er sich nicht öffnen lässt und sein Inhalt unklar ist. Zuhause entdeckt sie darin eine Reihe von Fotos von jungen Mädchen aus den achtziger und neunziger Jahren. Eines davon lässt sie nicht los: zwei Mädchen, offenbar auf einer dänische Fähre. In Dänemark hatte sie vor kurzem einen Bericht über diesen alten, nie aufgeklärten Fall gesehen: zwei Teenager, die 1985 auf einer Englandfähre spurlos verschwanden. Noras journalistischer Jagdinstinkt ist geweckt und sie beginnt zu recherchieren. Sie entdeckt Zusammenhänge mit einer Vielzahl bestialischer Morde an jungen Frauen, die ein inzwischen verurteilter Serienmörder begangen hat. Doch irgendetwas ist nicht stimmig. Nora ahnt nicht, in welche Gefahr sie sich mit ihren Nachforschungen begibt und dass sie selbst ausgezeichnet in das Beuteschema eines kranken Hirns passt. Spannend bis zur letzten Seite, mit einer Hauptfigur, von der man unbedingt noch mehr lesen möchte. Zum Glück ist in diesem Jahr auch schon der zweite Band erschienen. Cornelia Hoppe
„Die Mädchen von der Englandfähre“ von Lone Theils, Rowohlt Taschenbuch Verlag Reinbek, 430 Seiten, 9,99 Euro

Innenansichten einer Hardrockband
Noel E. Monk hat die legendäre Hardrockband Van Halen, deren Musik als Meilenstein des Rock´n´Roll gilt, sieben Jahre als Manager begleitet, von 1978 bis 1985. Eine Ära, in der die Band aus Alex und Edward Van Halen, Bassist Michael Anthony und Leadsänger David Lee Roth bestand. Er hat ihren kometenhaften Aufstieg von einer kleinen Partyband zur weltweit erfolgreichen Megaband hautnah miterlebt, bis zur unschönen mit vielen Streitereien verbundenen Trennung von David Lee Roth und seinem eigenen Rausschmiss. Monk hatte sich mit Leib und Seele der Band verschrieben, jung, musikbegeistert und abenteuerlustig. Er berichtet aus der Ich-Perspektive, manchmal etwas naiv, ab und an auch ziemlich drastisch, über ihre weltweiten Touren, ihre Auftritte, Kontakte, Erfolge, aber auch über ihre Exzesse mit Drogen, Alkohol und Mädchen, und über seine eigene Rolle als ihr Manager. Er erzählt unterhaltsam, mit viel direkter Rede, natürlich mit viel Insider-Wissen, sehr persönlich und leidenschaftlich. Ein paar Schwarz-Weiß-Fotos ergänzen den Text. Da es bisher nichts Vergleichbares zu dieser Band gibt, ist dieses Taschenbuch sicher ein Muss für alle Fans der Band. Cornelia Hoppe
„Van Halen“ von Noel E. Monk und Joe Layden, Hannibal Verlag Höfen, 392 Seiten, 23,00 Euro

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